Innogy wandelt in Spanien auf Spuren von Baywa re und kündigt förderfreien Solarpark an

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Innogy SE hat ein erstes förderfreies Photovoltaik-Projekt für Spanien angekündigt. Nach dem Baustart einer großen Photovoltaik-Freiflächenanlage in Australien sei nun die finale Investitionsentscheidung für einen Solarpark in Spanien gefallen, teilte die RWE-Tochter am Dienstag mit. Das Projekt mit dem Namen „Alarcos“ soll Innogy zufolge über eine Leistung von rund 50 Megawatt verfügen und ohne staatliche Förderungen betrieben werden. Noch für dieses Jahr seien Baubeginn und vollständige Inbetriebnahme des Solarparks geplant.

Damit wandelt Innogy auf den Spuren von Baywa re. Der Münchner Konzern hatte bis zum Jahresende 2018 seinen ersten förderfreien Solarpark in Spanien fertiggestellt und gleich noch verkauft. Mit 175 Megawatt ist das Photovoltaik-Kraftwerk „Don Rodrigo“ das bislang größte realisierte Projekt, das ohne staatliche Förderung auskommt. Analog zu den Plänen von Innogy schloss Baywa re mit dem norwegischen Energiekonzern Statkraft über 15 Jahre für die Abnahme des Solarstroms. Der Preis dafür dürfte sich zwischen 3,5 und 4,0 Cent pro Kilowattstunde bewegen. Angaben dazu macht Baywa re öffentlich nicht – ebenso nicht zur Verkaufssumme für das Großprojekt.

Innogy wiederum bezifferte das geplante Investitionsvolumen für seinen Solarpark in Spanien mit insgesamt rund 40 Millionen Euro, wobei auch der Erwerb der Projektrechte eingeschlossen ist. Der Solarpark „Alarcos“ in derAutonomen Gemeinschaft Castilla-La Mancha sei vom spanischen Unternehmen Synergia Energy Solutions, S.L. entwickelt und bereits Mitte 2018 an Innogy verkauft worden. Zum Kaufpreis und weiteren Vertragsdetails sei Stillschweigen vereinbart worden.

Für die kommenden Wochen erwartet Innogy den Erhalt der noch ausstehenden Genehmigungen. Im April sollen die Bauarbeiten an dem Photovoltaik-Kraftwerk dann starten. Ende 2019 sei angestrebt, den kommerziellen Betrieb der Anlage aufzunehmen. Die Innogy-Tochter Belectric sei für alle Bauarbeiten verantwortlich und werde den späteren Betrieb und die Wartung dienstleistend übernehmen, hieß es weiter.

Das Projekt in Spanien hat für den Innogy-Vorstand dabei Signalwirkung. „Mit Alarcos zeigen wir, dass die Erneuerbaren bereit sind sich dem Markt zustellen“, erklärte Hans Bünting, Vorstand erneuerbare Energien. „Nicht nur im sonnenreichen Spanien, sondern auch in vielen weiteren Märkten kommt die Solarenergie bereits heute ohne staatliche Subventionen aus. Die nochmals gesunkenen Kosten für das Equipment werden diese Entwicklung weiter beflügeln.“ Thorsten Blanke, Leiter Solar bei Innogy, betonte zudem, dass Spanien zu den großen europäischen Wachstumsmärkten für Photovoltaik gehöre. Dies liege zum einen an der hohen Sonneneinstrahlung, zum anderem an der großen Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energien. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir mit Alarcos hier nun ein großes PV-Projekt umsetzen. Und das ist erst der Anfang. Wir wollen uns ein signifikantes Solarportfolio aufbauen und haben uns bereits weitere Opportunitäten auf der iberischen Halbinsel vertraglich gesichert“, so Blanke weiter. Bislang sei das Unternehmen an einer 1-Megawatt-Anlage und dem solarthermischen Kraftwerk „Andasol 3“ auf der iberischen Halbinsel beteiligt.

Erst vor wenigen Tagen hatte die RWE-Tochter verkündet, auch in Deutschland sein Photovoltaik-Geschäft weiter auszubauen. Dafür übernahm sie eine Projektpipeline von Primus in Thüringen und Bayern mit insgesamt mehr als 50 Megawatt. Auch in den USA sicherte sich Innogy eine Projektpipeline über rund 440 Megawatt und unterzeichnete eine Kooperation mit einem kanadischen Entwickler für Photovoltaik-Projekt mit mehr als einem Gigawatt Gesamtleistung.

In Spanien gibt es derzeit einige Photovoltaik-Projekte, die ohne staatliche Förderung entwickelt und umgesetzt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer spanischen Seite: www.pv-magazine.es