Umfrage: Bundesregierung tut zu wenig für Photovoltaik und Klimaschutz

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Nur 21 Prozent der mehr als 2000 befragten Bundesbürger sind mit der aktuellen Klimaschutz- und Photovoltaik-Politik der Bundesregierung zufrieden. Bei den Frauen ist die Quote mit 16 Prozent dabei noch niedriger, wie eine repräsentative Umfrage von Yougov im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt. Insgesamt 62 Prozent der Befragten finden, dass die Bundesregierung zu wenig für den Ausbau der Photovoltaik im Land tut. Immerhin 76 Prozent fordern demnach, die Solarförderung so auszugestalten, dass Photovoltaik-Anlagen auch auf größeren Dächern wie Mehrfamilienhäusern leichter errichtet werden können.

Nur sechs Prozent befürworten das unmittelbare Auslaufen der Solarförderung nach Erreichen einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt, wie es derzeit im EEG vorgesehen ist. 26 Prozent befürworten dagegen, die monatliche Absenkung der Vergütungen auch danach beizubehalten. 47 Prozent der Befragten vertraten die Ansicht, dass die Bundesregierung alles tun sollte, um die Klimaziele zu erreichen und den Photovoltaik-Ausbau zu beschleunigen.

„Die Erwartungen der Menschen an die Politik sind klar: mehr Klimaschutz und mehr Solarenergie“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Union und SPD sollten eine Politik machen, die den Ausbau der Photovoltaik ermöglicht – nicht behindert.“ Die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels für die Förderung, der voraussichtlich 2020 erreicht wird, sei längst überfällig. Andernfalls drohe ein neuer Markteinbruch beim Photovoltaik-Ausbau in Deutschland.

Der BSW-Solar kritisierte zudem erneut die geplanten Sonderkürzung für Photovoltaik-Dachanlagen ab 40 Kilowatt um 20 Prozent zum Jahreswechsel, wie sie die Bundesregierung im Energiesammelgesetz vorgesehen hat. „Die Förderung neuer Solaranlagen steht inzwischen in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und belastet nicht mehr den Strompreis“, heißt es dazu. Der festgeschriebene Degressionsmechanismus sorge dafür, dass die Fördersätze schrittweise sinken und die Subventionierung von Solarstrom automatisch irgendwann ausläuft. „Zusätzliche Einschnitte und Deckel gehen hingegen an der Marktrealität vorbei und sind Gift für den Klimaschutz“, so Körnig weiter.