Verbraucherzentrale NRW stellt Wirtschaftlichkeit der neuen MEP Solar-Angebote in Frage

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Die MEP Werke GmbH bietet bundesweit Photovoltaik-Mietmodelle unter dem Label „Switch Solar“ an. Im März wurde es unter anderem dafür von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) abgemahnt, dass es bei seinen Pachtmodellen die Miete bereits einzieht, obwohl die Photovoltaik-Anlage noch gar nicht am Netz ist. Seinen Mietbeginn hat MEP nach der Abmahnung flexibilisiert und kündigte in dieser Woche an, künftig Photovoltaik-Anlagen auch zum Kauf und mit Batteriespeicher anbieten zu wollen. „Die Nachfrage nach Speichern ist enorm. Dennoch haben wir lange gewartet, weil uns wichtig ist, dass sich das Ganze für den Kunden auch wirklich rechnet“, so Konstantin Strasser, CEO und Gründer von MEP dazu.

pv magazine bat die Verbraucherzentrale NRW um eine Einschätzung zu diesen neuen Angeboten. Der Bereichsleiter Energie, Udo Sieverding, erklärte: „Wir sehen nicht, dass ein Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Anlage im Privathaushalt erhöht. Dazu sind die Speicher noch zu teuer. Das steht im Widerspruch zur Aussage von Herrn Strasser, dass es MEP wichtig sei, ‚dass sich das Ganze für den Kunden auch wirklich rechnet.‘ Bei MEP-Photovoltaik-Anlagen können Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Anlagen gar nicht ‚weiter‘ erhöhen, da diese dort gar nicht gegeben ist.“ Sieverding bezieht das auf die vergleichsweise hohen Mietraten von MEP. „Nach den uns vorliegenden Informationen sind die Mietraten bei MEP-Photovoltaik-Anlagen nämlich so hoch, dass Verbraucher damit voraussichtlich kein Geld sparen und damit der Anlagenbetrieb nicht wirtschaftlich wäre.“

Auch bei den Kaufangeboten für die Photovoltaik-Anlage von MEP sind die Verbraucherschützer skeptisch, ob sich dies für die Betreiber rechnet. „Die uns bekannten Kaufangebote von MEP sind vergleichsweise teuer. Die Kunden ersetzen also teuren Netzstrom durch noch teureren Solarstrom aus der eigenen MEP-Anlage“, sagt Sieverding dazu.