Zusatzförderung in Thüringen beflügelt das Geschäft von Maxx-Solar

Bei Maxx-Solar im thüringischen Waltershausen blickt man auf ein gutes Jahr 2017 zurück. „Das Geschäft mit privaten Dachanlagen konnten wir etwa verdoppeln. Die Zusatzförderung des Landes hat hier als Turbo gewirkt“, sagt Geschäftsführer Dieter Ortmann. Fast alle diese Anlagen – also 90 bis 95 Prozent schätzt er – seien mit Speichersystemen realisiert. „In unserer Denke gibt es keine Photovoltaikanlage ohne Speicher mehr“, erzählt Ortmann. Oftmals unterbreite Maxx-Solar direkt ein Komplettangebot. Es gebe aber auch Kunden, die mit dem Wunsch auf das Unternehmen zukämen.

Nicht ganz so rasant entwickelte sich das Geschäft mit Gewerbeanlagen. „Es ist das weitaus interessantere Segment“, sagt Maxx-Solar-Geschäftsführer. Die Schwierigkeit dabei sei aber, diese Kunden anzusprechen. Derzeit seien vor allem die Komplexität sowie das schlechte Image der Photovoltaik bei Politik und Presse die größten Hemmnisse. „Wenn man sie dann aber erstmal am Tisch hat, dann gibt es in den meisten Fällen auch Aufträge.“ Derzeit habe Maxx-Solar noch einige Angebote für gewerbliche Anlagen offen. Ortmann rechnet damit, dass dieses Geschäft in den kommenden zwei Jahren „richtig anfangen“ wird.

„Das Gewerbesegment sei eher preisintensiv“, sagt er weiter. Die Modulpreise in diesem Jahr seien im Wesentlichen stabil geblieben. „Im privaten Dachanlagenmarkt machen ein paar Cent hin oder her, nicht viel aus“, so Ortmann. Für ihn ist die Frage nach sinkenden Modulpreisen die falsche Frage. Mit Blick auf die Margen der Installateure sollten diese überlegen, ob sie wirklich die sinkenden Kosten immer direkt an die Kunden weitergeben. Die wesentlich größeren Verdienstmöglichkeiten für die Installateure lägen derzeit eh bei den Speichern.

Für das kommende Jahr erwartet Ortmann, dass ab Februar oder März die Modulpreise wieder leicht sinken werden. Bei seinen Anlagen verbaut er zumeist Module von Benq, IBC Solar und Hanwha Q-Cells. Dabei habe Maxx-Solar im zweiten Halbjahr auch die Modulknappheit zu spüren bekommen. Als Ausweg habe Ortmann seinen Kunden, andere Module angeboten, um Projekte fristgerecht zu installieren.

Auch bei den Speichern rechnet der Geschäftsführer mit leicht fallenden Kosten. „Wenn die Nachfrage nicht anzieht, könnten die Preise stärker fallen“, sagt Ortmann. Nach seinen Erfahrungen steht und fällt diese mit Tesla, selbst wenn deren aktuelles Modell derzeit nicht auf dem deutschen Markt verfügbar ist, wie Ortmann aus leidvoller Erfahrung weiß. Alternativ bietet er seinen Kunden derzeit die Systeme von LG an.

Nach dem deutlichen Geschäftsausbau in diesem Jahr sei das Ziel für 2018, das erreichte hohe Niveau bei privaten Dachanlagen zu halten. Immerhin hat Maxx-Solar in diesem Jahr auch neue Mitarbeiter eingestellt, um die Auftragsflut zu bewältigen. Im Gewerbebereich sehe er die größten Perspektiven für das kommende Jahr, sagt Ortmann weiter, auch weil in diesem Jahr viel an Vorarbeit geleistet worden sei. Gerade das Segment bis 750 Kilowatt wird bis Mai dominieren. Danach tritt eine neue Definition der Anlagenzusammenfassung in Kraft.

Von einer neuen Bundesregierung wünscht sich Ortmann gleich mehrere Dinge: „Der Mittelstand sollte stärker motiviert werden, in Eigenstromlösungen zu investieren.“ Zudem sollte die anteilige EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch wieder abgeschafft und politische Regelungen verabschiedet werden, die cloudbasierte Konzepte ermöglichen, fordert er.

Die Einführung zu unserer Serie über die Stimmung im Photovoltaik-Handwerk in Deutschland finden Sie unter der Überschrift „Ein gutes Jahr„.  In der Printausgabe vom November haben wir die geführten Einzelinterviews gekürzt veröffentlicht. Online werden sie in voller Länge erscheinen. Weitere Einschätzungen folgen in den kommenden Tagen.

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