Photovoltaik-Anlage auf dem Acker erhöht die Flächeneffizienz um 60 Prozent

In Asien, vor allem in China, wird inzwischen bei großen Solaranlagen die Stromgewinnung mit der Ackernutzung unter den Modulen verbunden. Ziel ist es, vor allem in dicht besiedelten Räumen eine effizientere Nutzung der Fläche zu ermöglichen und so die Gesamterträge von der gleichen Fläche zu erhöhen.

In Deutschland lehnen Bauernverband und Agrarministerium die Agrophotovoltaik (APV) weitgehend ab, mit dem Argument, die PV-Anlagen würden wertvolle Ackerflächen verringern. Ein visionsloses und falsches Argument, denn genau das Gegenteil ist richtig: Agrophotovoltaik ermöglicht einen Doppelnutzen vom Acker: Solarstrom und Ackerfrüchte vom gleichen Acker.

Das Agrophotovoltaik Forschungsprojekt des Fraunhofer ISE in Hegelbach am Bodensee hat nun die Daten des ersten Betriebsjahres veröffentlicht. Die Flächennutzungseffizienz wurde um 60Prozent erhöht, so Stephan Schindele, Leiter des Forschungsprojektes am ISE.

Mehr interessante Informationen dazu: http://blog.innovation4e.de/2017/11/21/ein-jahr-agrophotovoltaik-sonnenernte-auf-zwei-etagen/ (https://www.hans-josef-fell.de/content/index.php?subid=486&option=com_acymailing&ctrl=url&urlid=1092&mailid=548 )

Es wird Zeit, dass die Bundesregierung endlich groß in die Markteinführung der Agrophotovoltaik einsteigt. Ein eigener Vergütungssatz im EEG für APV wäre die optimale Lösung. Dieser würde wieder große Aktivitäten für bürgerlichen und genossenschaftlichen Solarstrom in den ländlichen Räumen ermöglichen, welche durch die Umstellung auf Ausschreibungen völlig zum Erliegen kamen.

Viel kann und muss noch technisch optimiert werden, von der optimierten Aufständerung bis hin zum angepassten landwirtschaftlichen Maschinenpark. So könnten beispielsweise emissionsfreie elektrisch betriebene Traktoren direkt den Solarstrom aus der APV-Anlage tanken.

Als Vorsitzender des Beirats des Forschungsprojektes sehe ich große Potenziale für neue technische Entwicklungen, die bald aus China kommen werden, wenn es nicht schnell ein Umdenken in Deutschland geben wird. Gerade in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland mit einem hohen Flächendruck ist es an der Zeit die Flächennutzungseffizienz zu erhöhen. Die Bauern werden dann schnell beides ernten: Solarstrom und Kartoffeln/Getreide/Gemüse vom gleichen Acker.

— Der Autor Hans-Josef Fell saß für die Grünen von 1998 bis 2013 im Deutschen Bundestag. Der Energieexperte war im Jahr 2000 Mitautor des EEG. Nun ist er Präsident der Energy Watch Group (EWG). Mehr zu seiner Arbeit finden Sie unter www.hans-josef-fell.de. —

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