VDE/DKE veröffentlichen nationale Vornorm für Anschluss von Photovoltaik-Balkonmodulen

Gut ein halbes Jahr nach der Einladung zu einem Runden Tisch hat der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik nun die nationale Vornorm DIN VDE V 0100-551-1 veröffentlicht. Neben dem VDE ist auch die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) daran beteiligt, die in Deutschland geltende Sicherheitsbestimmungen für elektrotechnische Geräte erarbeitet. Die Vornorm solle in die europäische und internationale Normung eingebracht werden, teilte der Verband am Freitag mit. „Der nächste Schritt wird die Fertigstellung der Produktnorm sein, um die Anforderungen an die anzuschließenden steckbaren Photovoltaik-Module festzulegen“, hieß es beim VDE weiter.

Die Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und Greenpeace Energy sehen in der Veröffentlichung einen Durchbruch für Mini-Photovoltaik-Anlagen. Deren Nutzung werde nun erheblich einfacher. „Die Einigung macht den Weg frei für die massenhafte Nutzung solcher kleinen PV-Anlagen, die Mieter von nun an problemlos auf ihrem Balkon anschließen und damit eigenen Solarstrom ernten können“, meint Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy. DGS-Präsident Bernhard Weyres-Borchert fügt hinzu: „Die überarbeitete Norm ist endlich zeitgemäßer. Denn steckbare Solarmodule mit modernen Wechselrichtern erfüllen seit Jahren sämtliche Sicherheitsstandards.“

Diese Vornorm ist allerdings nur ein erster Schritt. Der VDE|DKE hatte auf Antrag der DGS eine weitere Initiative für eine Produktnorm gestartet. Das der eigenen Produktnorm werde derzeit gearbeitet. Mit einer Veröffentlichung sei aber erst Anfang 2019 zu rechnen, hieß es bei der DGS. Als dritte Säule müssten neben den Anforderungen an die Errichtung und das Produkt selbst noch Standards zu einer speziellen Energiesteckvorrichtung für die Einspeisung in einem separaten Stromkreis erarbeitet werden. Dabei müsse geklärt werden, ob solche Module künftig spezielle Einspeisesteckdosen benötigen oder einfach per Schutzkontakt-Stecker (Schuko-Stecker) ans häusliche Stromnetz angeschlossen werden können, hieß es bei DGS und Greenpeace Energy. Nach VDE-Angaben steht dieser Standard kurz vor der Fertigstellung.

„Wenn ein Solargerät unsere DGS-Sicherheitsstandards erfüllt, reicht eine Schuko-Steckdose völlig aus“, sagt Bernhard Weyres-Borchert dazu. „Da Photovoltaik-Module mit modernen Wechselrichtern denselben Schutz vor Stromschlag oder ähnlichen Gefahren bieten wie andere Haushaltsgeräte.“ Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten wie der Schweiz, Portugal und Österreich zeigten das. Die Nutzung von Stecker-Solar-Geräten sei dort schon länger unkompliziert möglich. In Deutschland gibt es nach Schätzungen von DGS und Greenpeace Energy bereits rund 20.000 Photovoltaik-Balkonmodule.