Solarworld-Gläubiger stimmen Verkauf an Asbeck zu

Die außerordentliche Gläubigerversammlung von Solarworld hat am Freitag dem zwischen dem Insolvenzverwalter und der Solarworld Industries GmbH ausgehandelten Kauf- und Übertragungsvertrag mit großer Mehrheit zugestimmt. „Die Gläubiger zweier Gesellschaften haben sich einstimmig für den vom Insolvenzverwalter beabsichtigten Verkauf ausgesprochen, die der übrigen zwei Gesellschaften zu 99 Prozent“, erklärte Birgit Niepmann, Pressesprecherin des Amtsgerichts Bonn, auf Anfrage von pv magazine.

Hinter der Solarworld Industries steht Frank Asbeck, Gründer und Vorstandschef von Solarworld, wie aus dem Handelsregister hervorgeht. Die Übernahme der Produktionsstandorte in Freiberg und Arnstadt will er gemeinsam mit dem Großaktionär aus Katar stimmen. Ziel der ausgehandelten Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter der Solarworld-Gesellschaft, Horst Piepenburg, ist die Fortführung der Zellfertigung in Arnstadt sowie der Modulproduktion in Freiberg. Dazu würden auch etwa 500 Mitarbeiter übernommen. Für die restlichen etwa 1200 Beschäftigten an den beiden Standorten ist die Gründung einer Transfergesellschaft vorgesehen. Die neue Gesellschaft wird zudem die Anteile der Solarworld AG an der Solarworld Africa (Pty) Ltd, der Solarworld Asia Pacific PTE Ltd., der Solarworld France S.A.S. und der Solarworld Japan KK übernehmen.

Das Bundeskartellamt musste der Übernahme ebenfalls noch zustimmen und hat dies nach auch direkt getan, wie der Photovoltaik-Hersteller am Freitagnachmittag bestätigte. Nach der aktuell veröffentlichten Liste hatte die Qatar Solar Technologies Q.S.C. und Solar Holding Beteiligungsgesellschaft mbH den mittelbaren Erwerb von Vermögenswerten der Solarworld AG. i.I. am Donnerstag angemeldet.

Das Damoklesschwert Hemlock scheint Solarworld trotz Insolvenz noch nicht ganz losgeworden zu sein. Niepmann erklärte: „Allerdings hat eine Firma, die sich einer in Amerika titulierten Schadensersatzforderung berühmt, den Antrag gestellt, den Beschluss der Gläubigerversammlung einer Gesellschaft (Solarworld Industries Sachsen) für unwirksam zu erklären, nachdem sie zuvor von der Teilnahme an der Abstimmung ausgeschlossen wurde.“ Dieser Antrag sei vom für die Gläubigerversammlung zuständigen Rechtspfleger zurückgewiesen worden. Allerdings könne in diesem Fall grundsätzlich noch Beschwerde eingelegt werden. „Ob von dieser Gebrauch gemacht wird und welche Konsequenzen sich aus dieser Situation für den Insolvenzverwalter ergeben, ist noch nicht bekannt“, so Niepmann weiter.

Im vergangenen Sommer gab es in erster Instanz in einem Einzelrichterspruch eine Niederlage für Solarworld. So soll die Deutsche Solar – aus der später die Solarworld Industries Sachsen wurde – wegen Verletzungen eines Liefervertrags insgesamt 793 Millionen US-Dollar Schadenersatz samt Zinsen an den US-Siliziumhersteller Hemlock zahlen. Solarworld ging gegen das Urteil der ersten Instanz direkt in Berufung. Ein weiteres Urteil in diesem Fall gab es bislang nicht.

Der Sprecher des Insolvenzverwalter, Thomas Schulz, erklärte, nach der Abstimmung der Gläubiger: „Wir setzen jetzt den Kaufvertrag weiter um.“ ´Mit dem Vollzug der Transaktion wird in der kommenden Woche gerechnet. Als Starttermin für die neue Gesellschaft sei der 16. August vorgesehen, so Schulz. Bis dahin müsse allerdings noch einiges getan werden, etwa die 1200 Mitarbeiter in die Transfergesellschaft überführt werden.