Shunfeng mit neuerlicher Gewinnwarnung

Die Shunfeng International Clean Energy Ltd. hat am Montag eine erneute sogenannte Gewinnwarnung veröffentlicht. Nach vorläufigen Berechnungen des Managements gehe das chinesische Photovoltaik-Unternehmen von einem Verlust von 330 Millionen Yuan – umgerechnet knapp 41,8 Millionen Euro – für das erste Halbjahr 2017 aus, hieß es in einer Börsenmitteilung. Vor Jahresfrist hatte Shunfeng noch einen Gewinn von rund 6,8 Millionen Euro verbucht. Diese Geschäftszahlen müssten nun aber noch offiziell geprüft werden, hieß es weiter. Die offiziellen Zwischenergebnisse würden wahrscheinlich im August veröffentlicht.

Als Gründe für den voraussichtlich hohen Verlust gab Shunfeng an, dass zwar die Photovoltaik-Absatzmenge gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 um 25 Prozent gesteigert werden konnte. Gleichzeitig sei aber ein weiterhin sehr intensiver Wettbewerb zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise seien daher verglichen mit dem ersten Halbjahr 2016 um etwa 24,5 Prozent zurückgegangen. Dies habe die Bruttomarge von 22 auf 16 Prozent sinken lassen. Zugleich habe Shunfeng weitere Unterstützung von Finanzinstituten und Kredite für die Weiterentwicklung seiner Photovoltaik-Produkte im ersten Halbjahr 2017 erhalten. Insgesamt hätten sich die Finanzkosten jedoch binnen Jahresfrist um rund 51 Prozent erhöht, gab das Unternehmen als zweiten Grund für die Verluste an.

Bereits Anfang Januar 2017 veröffentlichte Shunfeng eine Gewinnwarnung für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Vorstand rechnete nach vorläufigen Berechnungen mit einem Verlust von knapp 923 Millionen Yuan für 2016. Auch in diesem Fall waren bereits die deutlich gesunkenen Modulpreise im zweiten Halbjahr für den Verlust verantwortlich gemacht worden. Mitte Juni wurde schließlich bekannt, dass das Freiburger Photovoltaik-Unternehmen SAG Solar sein Geschäftsfeld „Rooftop“ einstellen will. Der Investor Shunfeng, der die insolvente SAG Solarstrom übernommen und in SAG Solar umfirmiert hatte, wollte keine weiteren Investitionen zuschießen, berichtete die „Badische Zeitung“. Was aus dem Geschäftsfeld Anlagenbetreuung von SAG Solar werden sollte, blieb zunächst unklar. Shunfeng hatte eine Reihe von insolventen Photovoltaik-Unternehmen übernommen, darunter auch den chinesischen Modulhersteller Suntech und die Wechselrichtersparte von Sunways.

Zudem ist Shunfeng seit 2015 Mehrheitsaktionär an dem US-Hersteller Suniva, der mittlerweile auch Insolvenz angemeldet hat. Kurz darauf startete Suniva eine Petition 201. Mit diesem „Safeguard“-Verfahren will der Hersteller die Einführung von Mindestimportpreisen für alle Importe von kristallinen Solarzellen und Solarmodulen erreichen.