Forschungsprogramm für Sanierungslösungen mit Sonnenenergie bei historischen Bauten gestartet

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat dem Südtiroler Forschungszentrum Eurac Research die Leitung einer Arbeitsgruppe übertragen, die Sanierungslösungen für historische Bauten mit Sonnenenergie – also Photovoltaik und Solarthermie – evaluieren soll. Insgesamt elf Länder sind an der Forschungsarbeit beteiligt.

Dabei gehe es darum, Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuführen, darunter Architekten, Denkmalpfleger, Baufirmen, Ingenieure und Anlagetechniker. Die Sanierungslösungen müssten verschiedenen Kriterien entsprechen, heißt es bei dem Forschungsinstitut weiter. Photovoltaik-Module oder solarthermische Anlagen sollten in Farbe und Design zum Gebäude passen sowie in die Architektur integriert, möglichst unaufdringlich oder gar unsichtbar angebracht sein. Zudem müssten reversibel sein, ohne dabei sichtbare Spuren an den historischen Gebäuden zu hinterlassen. Neben dem Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie stünden jedoch auch noch innovative Dämm- und Lüftungsmöglichkeiten im Fokus, um den Energiebedarf zu senken sowie Konzepte, wie der Restbedarf ebenfalls mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könne, so Eurac Research.

Das Forschungsinstitut hat bereits Erfahrungen mit Sanierungsmaßnahmen bei historischen Gebäuden gesammelt. Eine Fallstudie des historischen Waaghauses in Bozen zeige, dass der Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent gesenkt werden könne. Aus ihrer eigenen Forschungsarbeit steuerten die Experten von Eurac Research vor allem Lösungen zur Innendämmung und Prototypen für energieeffiziente Fenster für die internationale Forschungsgruppe bei.

Das Programm trägt den Namen „Task 59 Deep Retrofit of Historic Buildings towards lowest possible energy demand and CO2 emissions”. Es ist auf vier Jahre angelegt. Nach Aussagen von Eurac Research machen historische Gebäude etwa ein Viertel aller Gebäude in Europa aus und gerade auch in Italien sind sie ein wichtiges Kulturgut.