Brandenburg plant Speicherförderprogramm mit 50 Millionen Euro

Das Land Brandenburg will in Kürze ein Speicherförderprogramm mit einem Volumen von 50 Millionen Euro starten. „Wir warten derzeit noch auf das beihilferechtliche Go aus Brüssel“, sagt eine Sprecherin des Landeswirtschaftsministeriums in Potsdam auf Anfrage von pv magazine. Es sollte in Kürze vorliegen. Dann kann das Programm, das Teil der Initiative „RENplus 2014 – 2020“ des Landes ist endlich starten. Das Gesamtvolumen für die Förderungen liegt bei 115 Millionen Euro. 65 Millionen Euro davon sind für Energieeffizienz bestimmt, 50 Millionen Euro für Speicher. Die Gelder steuern EU und das Land bei, wie die Sprecherin erklärt. Aus dem EU-Strukturfonds „EFRE“ stammten 92 Millionen Euro; Brandenburg gebe 23 Millionen Euro dazu. Die Förderungen für Energieeffizienz-Maßnahmen liefen bereits seit dem vergangenen Frühjahr.

Das Land habe zunächst eine Speicherrichtlinie für die Förderung erarbeiten müssen. Diese liege nun in Brüssel zur Genehmigung vor. Diese Notifizierung sei nötig, da eben auch die EU Mittel für das Programm bereitstellt, so die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. 40 Millionen Euro kommen aus Brüssel. Die Förderung sei für den Ausbau von Speichertechnologien im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien bestimmt. Dabei solle technologie- und größenoffen gefördert werden, sagt die Sprecherin. Die Zuschüsse zu den Investitionskosten könnten von Unternehmen und Forschungsinstituten beantragt werden. "Die Förderung zielt sowohl auf bereits eingeführte Technologien und Verfahren als auch auf neu entwickelte technische und innovative Lösungen zur Energiespeicherung", heißt es in der Richtlinie. Vor allem der "systemrelevante, gesellschaftliche Nutzen" der Anwendungen stehe im Vordergrund, der auch nicht regional begrenzt sein sollte.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber hatte erst am Mittwoch in einem Pressegespräch in Potsdam die Bedeutung von Speichern für den Ausbau der erneuerbaren Energien betont. Das Land decke bereits 20 Prozent seines Primärenergieverbrauchs mit regenerativen Energien und bis 2030 sollen es mehr als 30 Prozent werden. Allein die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien reicht für das Gelingen der Energiewende nicht aus. Es müssen die Netze ausgebaut werden, um den Strom zu transportieren. Und damit der Strom zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird, muss er auch gespeichert werden können“, betonte Gerber.

Mit Unterstützung des Ministeriums seien bereits in der Vergangenheit drei Batteriespeicher-Projekte in Neuhardenberg, Alt Daber und Feldheim sowie ein Wärmespeicher in Oberkrämer-Vehlefanz entstanden. In zwei Hybridkraftwerken im Land werde zudem die Power-to-Gas-Technologie erprobt. „„Doch was bisher an Speichern vorhanden ist, ist noch weit von dem entfernt, was wir tatsächlich brauchen“, so Gerber weiter. Mit dem neuen Förderprogramm sollten Speicher im industriellen Maßstab ermöglicht werden, um überschüssigen Strom künftig auch für Wärme und Verkehr zu nutzen. „Es ist gut und wichtig, dass der Bund sich jetzt bereiterklärt hat, Geld für die Weiterentwicklung der Speichertechnologien bereitzustellen. Aber das allein reicht nicht“, sagte Gerber. „Wir brauchen schon jetzt reale Speicherkapazitäten am Markt. Der Bund hält diese erst für notwendig ist, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien einen signifikanten Anteil‘ an der gesamten Stromerzeugung hat. Das ist in Brandenburg schon jetzt der Fall“, so der Minister in Potsdam. (Sandra Enkhardt)