Österreich legt Förderpaket für Elektromobilität vor

72 Millionen Euro wollen in Österreich das Verkehrsministerium, das Umweltministerium und die Automobilbranche in die Förderung der Elektromobilität investieren. Ein Schwerpunkt des Maßnahmenpakets sind den Unterlagen zufolge Ankaufförderungen für Elektrofahrzeuge: Der Kauf von Privatfahrzeugen, die ausschließlich mit Elektroantrieb oder einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet sind, wird mit 4000 Euro gefördert, der Kauf von Plug-in-Hybriden mit 1500 Euro. Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine sollen 3000 Euro für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb und 1500 Euro für Plug-in-Hybride erhalten. Für die Kaufprämie stehen insgesamt 48 Millionen Euro zur Verfügung, weitere fünf Millionen Euro sollen als Kaufprämien für Elektro-Zweiräder und leichte E-Nutzfahrzeuge verwendet werden.

In Deutschland gibt es bereits eine Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, die allerdings nur auf wenig Resonanz stößt. Nach den ersten sechs Monaten Kaufprämie sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bislang nur rund 6000 Anträge eingelaufen, mehr als die Hälfte davon für reine Batteriefahrzeuge. Dabei steht in Deutschland insgesamt eine Summe von 1,2 Milliarden Euro für die Kaufprämie zur Verfügung, die jeweils zur Hälfte vom Bund und von den Autoherstellern kommt. Für reine Elektroautos gibt es auch in Deutschland 4000 Euro Zuschuss, für Hybridfahrzeuge 3000 Euro; geplant ist die Prämie bis 2019.

Weiterer Schwerpunkt des österreichischen Förderpakets sind Anreize zum Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur. Der Bau von öffentlich zugänglichen Schnellladestationen wird demnach ab 2017 mit 10000 Euro pro Ladestation gefördert, für Privatleute steht eine Förderung von 200 Euro für die Anschaffung einer Wallbox oder eines intelligenten Ladekabels zur Verfügung. Darüber soll auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur an Bahnhöfen und Autobahnen vorangetrieben werden. Insbesondere an Park&Ride-Anlagen an Bahnhöfen sind demnach insgesamt 50 neue Ladestationen geplant, und am hochrangigen Straßennetz soll an allen Raststätten eine Schnelllademöglichkeit bereitstehen.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen will Österreich an den Ausbau der Elektromobilität anpassen. Nullemissionsfahrzeuge sollen zukünftig spezielle Kennzeichen erhalten, etwa um weitere Vorteile für die Nutzer von Elektroautos etwa durch Städte und Gemeinden zu ermöglichen, ohne deren administrativen Aufwand zu erhöhen. Städte und Gemeinde sollen künftig beispielsweise Ausnahmen vom Halte-und Parkverbot für E-Mobile während des Ladens festlegen können. (Petra Hannen)