Meyer Burger steigert Umsätze und erhält Großauftrag aus Türkei

Die Meyer Burger Technology AG hat im dritten Quartal weiterhin einen guten Auftragseingang und ein hohes Umsatzwachstum verzeichnen können. Nach vorläufigen, noch ungeprüften Zahlen werde für die ersten neun Monate ein Anstieg des Auftragseingangs um 15 Prozent auf 358,5 Millionen Schweizer Franken geben, teilte der Schweizer Technologiekonzern am Dienstag mit. Das Umsatzwachstum werde bei 97 Prozent auf 336,1 Millionen Schweizer Franken erwartet. Beim EBITDA werde mit 13,9 Millionen Schweizer Franken nach den ersten neun Monaten voraussichtlich ein Gewinn erzielt, während das Nettoergebnis weiterhin negativ bleibe mit – 40,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr werde ein Nettoumsatz zwischen 420 und 450 Millionen Schweizer Franken sowie ein positives EBITDA von 10 bis 20 Millionen Schweizer Franken anvisiert.

Das Unternehmen habe zudem einen Vertrag für ein Großprojekt in der Türkei unterzeichnet. Der Vertrag umfasse die Lieferung von Anlagen für die Herstellung von hocheffizienten und hochqualitativen Solarwafer, -zellen und -modulen. Der gesamte Vertragswert beläuft sich auf rund 67 Millionen Euro und umfasse entlang der gesamten Wertschöpfungskette Anlagen, Systeme, Software zur Produktionsüberwachung (MES) sowie die Ausbildung der Operators vor Ort zur Herstellung und Sicherstellung von hocheffizienten Solarmodulen. Der Photovoltaik-Hersteller wolle in der ersten Phase eine Jahreskapazität von rund 200 Megawatt erreichen. Der nicht namentlich genannte Kunde plane mit weiterem Equipment von Meyer Burger eine Gesamtproduktionskapazität von rund ein Gigawatt bis in fünf Jahren zu erreichen. Der jetzige Vertrag sei ein Teil zur Erreichung dieses Zieles. Die Anzahlung für diesen Auftrag wird im Verlauf des ersten Quartals 2017 erwartet, wie Meyer Burger weiter mitteilte. Die Auslieferung der vertraglich vereinbarten Anlagen sei ab dem dritten Quartal 2017 geplant. Der Produktionsbeginn solle ab dem ersten Quartal 2018 erfolgen.

Ende September hatte Meyer Burger ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, um die jährlichen operativen Jahreskosten um 50 Millionen Schweizer Franken zu reduzieren. Es werde derzeit an einer zügigen Umsetzung gearbeitet. Ein Großteil der geplanten Kosteneinsparungen werde bereits zu Beginn kommenden Jahres wirksam; der Rest dann in der zweiten Jahreshälfte 2017. Die Break-Even-Schwelle auf EBITDA solle ab 2018 damit auf ein Umsatzvolumen von rund 300 Millionen Schweizer Franken gesenkt werden.

Am Dienstag kündigte Meyer Burger nun noch ein Rekapitalisierungsprogramm an. Es bestehe aus drei Elementen und solle die Kapitalstruktur stärken. Ziel sei eine nachhaltige Entschuldung bis zu einer fälligen Rückzahlung der Wandelanleihe im Jahr 2020. Dazu sollen die Bedingungen für die Rückzahlung angepasst werden. Die neuen Konditionen sollten in Kürze mit den Inhabern auf einer Versammlung abgestimmt werden. Zudem plane Meyer Burger eine Erhöhung seines Aktienkapitals im Zuge einer ordentlichen Kapitalerhöhung. Diese solle rund 160 Millionen Schweizer Franken betragen. Das dritte Element sei die Verländerung der Laufzeit eines im April 2017 fälligen Kredits von 30 Millionen Schweizer Franken auf dem Verwaltungs- und Produktionsgebäude in Thun um drei Jahre. Zugleich solle die Garantiefazilität auf 60 Millionen Schweizer Franken angepasst und ebenfalls um drei Jahre verlängert werden. Ein Bankenkonsortium habe diese Verlängerungen bereits zugesichert. Die drei Elemente des Rekapitalisierungsprogramms werden in gegenseitiger Abhängigkeit gestaltet, wie es weiter hieß. (Sandra Enkhardt)