Capital Stage baut Geschäft im ersten Halbjahr aus

Die Capital Stage AG hat mit dem „substantiellen Ausbau“ ihres Solar- und Windparkportfolios die Umsätze und Ergebnisse im ersten Halbjahr weiter steigern können. Die Umsatzerlöse hätten um rund 24 Prozent auf 64,9 Millionen Euro gesteigert werden können. Aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung und des unterdurchschnittlichen Windaufkommens – gemessen am langjährigen Mittel – hätten sie aber 3,0 Millionen Euro unter den eigenen Erwartungen gelegen, teilte das Hamburger Unternehmen am Mittwoch mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe sich um rund 21 Prozent auf 50,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. Das EBIT sei um 14,7 Prozent auf 31,9 Millionen Euro gestiegen. Seinen operativen Cashflow habe Capital Stage von 22,8 auf 50,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Im ersten Halbjahr hat Capital Stage nach eigenen Angaben sein Erzeugungsportfolio von etwa 550 auf 600 Megawatt ausgebaut. Dazu seien vier Solarparks in Italien und zwei in Großbritannien sowie ein Küstenwindpark nahe Bremerhaven erworben worden. Der Kauf zwei weiterer Photovoltaik-Anlagen sei aktuell noch nicht abgeschlossen, hieß es weiter. Zu Beginn des zweiten Halbjahres seien allerdings bereits zwei weitere Windparks von der Bremer Energiekontor AG erworben worden mit einer Gesamtleistung von fast 140 Megawatt. "In den kommenden Wochen und Monaten wollen wir unser Portfolio durch weitere Zukäufe stärken", kündigte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach an.

Zur Finanzierung seines Wachstumskurses hatte Capital Stage im April eine Kapitalerhöhung vollzogen mit einem Bruttoemissionserlös von knapp 50 Millionen Euro. Ende Mai legte das Hamburger Unternehmen dann ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Chorus Clean Energy vorgelegt. Die Angebotsunterlagen seien Ende Juli veröffentlicht worden. Die Annahmefrist für den Aktientausch laufe nun bis Mitte September. Mit dem Zusammenschluss entstünde einer der führenden unabhängigen Betreiber von Solar- und Windparkanlagen in Europa, hieß es weiter.

"Wir rechnen damit, dass die Konsolidierung in unserer Branche mittelfristig deutlich zunehmen wird. Der Zusammenschluss macht uns schon jetzt zu einem auch im internationalen Maßstab bedeutenden Wettbewerber mit hervorragenden Wachstumsperspektiven und zahlreichen strategischen Vorteilen", so Maubach weiter. Auch die Aktionäre, die den Zusammenschluss mit deutlicher Mehrheit auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Juli 2016 mit deutlicher Mehrheit bewilligten, könnten davon profitieren. Bis zum 18. August seien bereits mehr als 21 Prozent aller Chorus-Aktien zum Umtausch gegen Aktien der Capital Stage eingereicht worden. "Die aktuelle Annahmequote stimmt uns sehr zuversichtlich, dass der Zusammenschluss gelingen wird", erklärte Maubach.

Trotz der eher unvorteilhaften Wetterbedingungen bislang in diesem Jahr bestätigte Capital Stage seine operative Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr erneut. Demnach rechnet der Vorstand mit einem Umsatzwachstum auf über 130 Millionen Euro (2015: 112,8 Millionen Euro), einem operativen EBITDA von über 100 Millionen Euro (2015: 86,8 Millionen Euro) und einem operativen EBIT von über 60 Millionen Euro (2015: 55,4 Millionen Euro). Für 2017 werde eine weitere Verbesserung dieser Ergebnisse angestrebt. Die Veröffentlichung des Halbjahresberichts erfolge zum 31. August. (Sandra Enkhardt)