Hohe Nachfrage führt zu besseren Ergebnissen bei Meyer Burger

Die Meyer Burger Technology AG hat ihren Nettoumsatz im ersten Halbjahr um 75 Prozent auf 217,9 Millionen Schweizer Franken steigern können. Dadurch sowie den gesunkenen Betriebskosten sei auch der Turnaround beim EBITDA geschafft worden, teilte der Schweizer Technologiekonzern am Mittwoch mit. Das Ergebnis habe bei 6,2 Millionen Schweizer Franken gelegen – nach einem EBITDA-Verlust von -32,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2015. Das EBIT sei mit -20.8 Millionen Schweizer Franken weiterhin negativ, aber gegenüber den -68,5 Millionen Schweizer Franken im Vorjahreszeitraum deutlich verbessert. Die Abschreibungen im ersten Halbjahr bezifferte Meyer Burger mit 27.0 Millionen Schweizer Franken. Der Auftragseingang sei um mehr als 20 Prozent auf 267,8 Millionen Schweizer Franken gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Der Auftragsbestand habe im ersten Halbjahr bei 307,4 Millionen Schweizer Franken gelegen.

Mit dem höheren Auftragseingang setze sich ein Trend aus dem Vorjahr fort. Es gebe weiterhin eine hohe Nachfrage diverser Wafer- und Solarzellenhersteller, die neue Kapazitäten aufbauen oder durch Upgrades bestehende Produktionslinien erneuern wollten, hieß es bei Meyer Burger weiter. So seien im Segment „Photovoltaik“ mehrere größere Aufträge für Diamantdrahtschneidetechnologie, Heterojunction-, Smart-Wire-Connection und MB PERC/MAiA-Technologie in einem Gesamtwert von rund 93 Millionen Schweizer Franken im ersten Halbjahr gewonnen worden, darunter der russische Photovoltaik-Hersteller Hevel.

Die besten Geschäfte macht Meyer Burger derzeit in Asien. Der Anteil am Nettoumsatz lag bei 70 Prozent im ersten Halbjahr und damit gut 20 Prozent über Vorjahresniveau, wie das Schweizer Unternehmen weiter mitteilte. Der Umsatzanteil von Europa sei von 27 auf 23 Prozent gesunken. Nur sieben Prozent seien auf Amerika entfallen, das im ersten Halbjahr 2015 noch bei 24 Prozent gelegen habe.

Die Ergebnisverbesserung sei zudem auf die Reduktion der operativen Kosten zurückzuführen. Bereits in den Vorjahren eingeleitete Maßnahmen hätten nun ihre „volle Wirkung“ entfaltet, hieß es bei Meyer Burger. So seien die Kosten für den Personalaufwand leicht gesunken. Allerdings habe die Zahl der Vollzeitstellen mit 1547 auf um knapp 100 tiefer gelegen als zum Ende des Halbjahres 2015.

Die Finanzverbindlichkeiten zum Ende des ersten Halbjahrs gab Meyer Burger mit 252 Millionen Schweizer Franken an. Das Refinanzierungsprojekt der im 2017 fällig werdenden Obligationenanleihe sei in vollem Gange, hieß es weiter. Meyer Burger arbeite derzeit konkret an diversen Alternativen und führe intensive Gespräche mit den relevanten Parteien. Nähere Informationen wolle der Schweizer Konzern nach Abschluss der Verhandlungen veröffentlichen.

Zum Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte Meyer Burger seine Prognose. Der Anlagenbauer sei im Wachstumsmarkt der Photovoltaik breit und gut positioniert, um langfristig von der Dynamik profitieren zu können. Angesichts des guten Auftragseingangs und -bestands sowie den deutlichen Ergebnisverbesserungen im ersten Halbjahr 2016 sei Meyer Burger auf Kurs, seine Zielsetzungen zu erreichen. Der Vorstand strebe weiterhin ein „solides Umsatzwachstum“ und mindestens Break-even beim EBITDA an. (Sandra Enkhardt)