Senec: Antworten zu Fragen aus dem zweiten Webinar

Nachdem Senec als Initiativpartner im ersten Webinar die Senec Cloud einführte und das Econamic Grid erklärte, rechneten Vertriebsleiter Stephan Riss und Michail Agrusow aus dem Business Development am 19. Juli im zweiten Webinar die Wirtschaftlichkeit vor. Dabei rechnen die Experten mit einer Kreditfinanzierung über 100 Prozent der jeweiligen Netto-Investitionssumme.

Die Experten des Speicherherstellers nehmen eine zukünftige Strompreissteigerung von 3,5 Prozent pro Jahr an und beziehen sich dabei auf den Durchschnittswert der Strompreisentwicklung von 1970 bis heute. Diese Zahl wird in der Branche stark diskutiert. Die Teilnehmer des Webinars gehen jedoch von einer ähnlich hohen Steigerungsrate aus, wie eine Umfrage ergab. Danach schätzen über 55 Prozent, dass der Preis im Schnitt um mehr als drei oder sogar mehr als vier Prozent steigen wird. Nur rund 15 Prozent erwarten sie kleiner als 2 Prozent.

Die Wirtschaftlichkeit hängt auch davon ab, welches Geschäftsmodell der Käufer nutzt. Zum einen gibt es das „SENEC.Cloud“-Modell zum anderen mehrere Modelle („SENEC.Zero“), die auf die Vermarktung von Speicher oder Heizstab auf dem Regelenergiemarkt aufsetzen. Dabei investiert der Kunde zusätzlich in eine Umschalteinrichtung und einen zweiten Strom-Zähler. Dafür stellt das Unternehmen in Aussicht, die Leistung des Speichersystems am Regelenergiemarkt zu vermarkten, das nicht garantierte zusätzliche Einnahmen in Form von 500 Kilowattstunden kostenlosem Strom oder mehr ermöglichen könne. Daran lässt sich mit einer auf der Intersolar vorgestellte Box („SENEC.Heat Power Box“), die im September auf den Markt kommen soll, auch einen Heizstab zur Warmwasserbereitung aus Solar- und Netzstrom anschließen. Dabei gehen die Senec-Experten im Webinar davon aus, dass es – ebenfalls nicht garantiert – Einnahmen von 1.500 Kilowattstunden kostenlosen Heiz-Strom pro Jahr geben könne.

Die Werte für den kostenlosen Strombezug liegen unter denen, die das Unternehmen in den letzten eineinhalb Jahren kommuniziert hat. Stephan Riss begründete es damit, im Webinar eine Rechnung zu präsentieren, bei der man auf der konservativen Seite sei. Diese Mengen seien Prognosewerte, die maßgeblich abhängig sind von Einnahmen aus dem Regelenergiemarkt, die man nicht hundertprozentig vorhersagen könne.

Zur Seite mit denDownloadmaterialien der Webinare mit Initiativpartner Senec Hier können Siedas zweite Webinar nachsehen.

Hier finden Sie das Handout zum zweiten Webinar, in dem Sie die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsdiskussion nachlesen können

Die folgenden Fragen hat Senec beantwortet (die Antworten entsprechen nicht unbedingt der Einschätzung der Redaktion):

1. Fragen direkt zur Wirtschaftlichkeitsrechnung:

Teilnehmer: Wird in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auch ein Vergleich zur Nutzung vorhandenen Flächen mit Solarthermie herangezogen? Wann ist eine Aufteilung sinnvoll? Unter welchen Bedingungen ist eine große Photovoltaikanlage die wirtschaftlichere Lösung?

Senec: Nein. Aus unserer Sicht macht eine Solarthermie-Anlage in unseren Breiten weniger Sinn, wenn man alternativ diese Fläche mit Photovoltaikmodulen belegen kann. Solarthermie hat den Nachteil, dass es „nur“ Warmwasser produzieren kann und überwiegend leider nur dann, wenn man dies am wenigsten braucht: im Sommer. Überschüssige Wärme kann dann nicht noch weiter direkt genutzt oder gespeichert werden als der Warmwasserspeicher vor Ort hergibt. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten, die bei einer Photovoltaikanlage nicht anfallen. Eine Photovoltaikanlage dagegen kann – auch an bedeckten Tagen – Strom produzieren, den ich direkt im Haus nutzen kann, für den eigenen Strombedarf, für die Speicherung im Senec-Stromspeicher, aber auch für die Heizung mit zum Beispiel Heizstäben, die neuerdings mit unserer „SENEC.Heat Power Box“ angesteuert werden können. In Vorbereitung bei uns befinden sich weitere Ansteuerungsmöglichkeiten für zum Beispiel Wärmepumpen und Beladung von Elektro-Fahrzeugen. Man kann mit Photovoltaikstrom also auch den eigenen Energiebedarf für Wärme und Mobilität decken. Dies hat auch die Regierung erkannt. Sie hat in der neuen Energieeinsparverordnung (ENEV) 2016 die Konsequenzen daraus gezogen, dass die Kombination Photovoltaikanlage, Stromspeicher und Wärmepumpe effizienter und sparsamer ist als die klassische Öl-/Gasheizung mit gekoppelter Solarthermie.

Sind in der Rechnung die Verluste des Speichers berücksichtigt? Wenn nein, was würde sich grob ändern?

Ja. Wir haben die üblichen Wirkungsgradverluste durch Be- und Entladung dabei berücksichtigt.

Wie viel Ertragsverlust wegen der 50%-Regelung durch die KfW-Förderung sind hier berücksichtigt?

Wir haben in unserem Beispiel keinen Ertragsverlust durch Abregelung berücksichtigt. In unserer vereinfachten Berechnung haben wir an anderer Stelle genügend Reserven eingebaut, um solche Effekte nicht einzeln berücksichtigen zu müssen. Darüber hinaus kann über ein wetterbasiertes Lademanagement der Überschuss zur Mittagszeit in den Speicher geladen werden, um Leistungskappungen zu verhindern/minimieren. Zudem ist die Ausrichtung der Photovoltaikanlage entscheidend. Bei einer Dach-Belegung auf Ost/West wirkt sich die 50%-Begrenzung kaum spürbar aus.

Seit wann werden für Senec Zero 120 Euro netto pro Jahr berechnet? Bisher sind es nur 20 Euro Netznutzungsgebühr? Warum wird jetzt nur mit 500 Kilowattstunden und nicht mehr wie bisher mit 800 Kilowattstunden gerechnet?

In unserer Beispielrechnung hatten wir bereits bei der Photovoltaikanlage 100 Euro für „laufende Kosten“ eingestellt, dies können Kosten für Versicherung, Steuerberater etc. sein. Im Rechenbeispiel mit Senec Zero kommen 20 Euro für die Netznutzung hinzu.

In unserer vereinfachten „Bierdeckelrechnung“ haben wir häufig vorsichtige Annahmen getroffen, um Unschärfen an anderer Stelle auszugleichen (zum Beispiel Nichtberücksichtigung einer Abregelung wegen KfW-Förderung). Dies ist auch hier der Fall.

Der neue Leitfaden der Bundesnetzagentur enthält auf Seite 60 einen Passus, nachdem auf den kompletten aus dem Speicher entnommenen Strom die EEG-Umlage anfällt, wenn durch Graustrom der Speicher "verschmutzt" wird. Das ist beim Econamic Grid der Fall. Stimmt das und ist das in der Rechnung berücksichtigt?

In diesem neuen Leitfaden der BNA (07/2016) finden Sie ab Seite 62 unter „7.4 De-minimis-Regelung für Kleinanlagen“ die Beschreibung zur Befreiung von der EEG-Umlage für PV-Anlagengrößen kleiner/gleich 10 Kilowattpeak. Da wir in der Musterrechnung eine üblich große Photovoltaikanlage für Einfamilienhäuser angesetzt haben, die kleiner als 10 Kilowattpeak ist, haben wir die Kosten der reduzierten EEG-Umlage auf Eigenverbrauch hier natürlich nicht angesetzt. Bei größeren Photovoltaikanlagen ist dies zu berücksichtigen. In unserem Berechnungstool www.speicher-rechnen.de, welches wir exklusiv unseren Fachpartnern zur Verfügung stellen, werden bei größeren Anlagen diese Kosten auch berücksichtigt. Interessant ist, dass die Wirtschaftlichkeit dabei kaum beeinträchtigt wird.

2. Antworten zu steuerlichen Fragen

Die Verluste des Speichers (mein Bleispeicher erreicht zum Beispiel nur einen Wirkungsgrad von 70 Prozent) zählen bilanziell als Eigenverbrauch. Muss dieser Teil des Eigenverbrauchs versteuert werden?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Haftungsgründen leider keine Beratung in Steuerfragen machen dürfen. Über den auf Seite 24 unserer Präsentation angegebenen Link finden Sie weitergehende Informationen bzw. Ihr Steuerberater oder Finanzamt kann diese Frage beantworten.

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Finanzämter unterschiedlich steuerlich einstufen. Aber selbst wenn die Wirkungsgradverluste eines Speichersystems aufgrund Eigenverbrauchsansatz der Umsatzsteuerlast unterliegt und man 4 Cent je kWh Umsatzsteuer unterstellt, läge die jährliche Umsatzsteuerlast bei nur rund 4 Euro je 100 Kilowattstunden Wirkungsgradverlust. Das fällt also kaum ins Gewicht bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

Ist in der Wirtschaftlichkeitsberechnung die Steuer auf den eigenverbrauchten Strom berücksichtigt?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Haftungsgründen leider keine Beratung in Steuerfragen machen dürfen. Über den auf Seite 24 unserer Präsentation angegebenen Link finden Sie weitergehende Informationen bzw. Ihr Steuerberater oder Finanzamt kann diese Frage beantworten. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Finanzämter unterschiedlich damit umgehen.

Wir haben in unserer Kurzrechnung auf die Umsatzsteuerbelastung auf Eigenverbrauch verzichtet, weil wir dann auch die mögliche Einkommensteuererstattung heranziehen müssten, um vollends steuerlich zu betrachten. Aus unseren Praxiserfahrungen und die unserer Fachpartner heraus heben sich bei Anlagen im Einfamilienhausbereich die jährliche Umsatzsteuerlast auf den Eigenverbrauch und die jährlich mögliche Einkommensteuererstattung (Ansatz Betriebs-/Zinskosten und AfA) meist auf. Uns ist natürlich bewusst, dass jeder Kunde seinen individuellen Steuersatz hat und somit sehr unterschiedliche Steuerergebnisse vorliegen können. Zudem würde sich die Steuerfrage ganz anders beantworten, wenn der Kunde als Kleinunternehmer die Anlage betreibt. Steuerliche Detailfragen sollten nicht generell beantwortet, sondern nach individueller Situation des Kunden von Fachleuten betrachtet und beraten werden.

Bei einer nachträglichen Installation des Speichersystems (Photovoltaik ist bereits vorhanden), ist ja kein Umsatzsteuerabzug möglich, das verfälscht ja die Rechnung, oder?

In der Beispielrechnung für die Nachrüstung haben wir daher auch mit dem Brutto-Kaufpreis für das Speichersystem gerechnet, also keine Mehrwertsteuererstattung für den Kunden.

Wenn ich den Strom vor allem zum Eigenverbrauch produziere, also nicht zum Verkauf über EEG, kann ich die Anlagen dann überhaupt noch steuerlich absetzen?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Haftungsgründen leider keine Beratung in Steuerfragen machen dürfen. Über den auf Seite 24 unserer Präsentation angegebenen Link finden Sie weitergehende Informationen bzw. Ihr Steuerberater oder Finanzamt kann diese Frage beantworten. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Finanzämter unterschiedlich steuerlich einstufen.

Grundsätzlich gilt, dass man als Unternehmer die Photovoltaikanlage (und gegebenfalls das Speichersystem) gewerblich nutzen und abschreiben kann, wenn mindestens 10 Prozent der Nutzung gewerblich ist (zum Beispiel mindestens 10 Prozent der Photovoltaik-Jahresproduktion verkauft werden) und eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Die Nutzung der „SENEC.Cloud“ oder anderer Senec-Stromtarife erhöht übrigens nicht den Eigenverbrauch vor Ort und somit auch nicht die steuerliche Einstufung durch das zuständige Finanzamt, weil dies separate Stromlieferungen von uns sind, wie sie jeder Kunde auch von anderen Versorgern kennt.

656 Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren bei einem Einsatz von 10.500 Euro sind doch ein kein so gutes Ergebnis, oder?

Aus welchem Zusammenhang ziehen Sie diesen Wert? Es gibt übrigens viele Gründe, weshalb Endkunden eine Photovoltaikanlage mit Speichersystem kaufen – die Wirtschaftlichkeit ist nur einer dieser Gründe. Aufgezeigt werden kann auf jeden Fall, dass sich der Muster-Kunde in der Beispielrechnung mit einem Senec-Speichersystem besser stellt als ohne. Mit der Nutzung der Senec Cloud wird der Vorteil nochmal deutlich größer.

3. Zum Thema Heizen und Wärmepumpe

Warum hat man sich für einen Heizstab und nicht für eine Wärmepumpe entschieden?

Wir werden im ersten Schritt die Anbindung eines „nicht intelligenten“ Heizstabes über die auf der Intersolar vorgestellten Heat-Box anbieten. In vielen Wärmepumpen und anderen Heizungssystemen befinden sich bereits Heizstäbe als Spitzenlastgeräte, so dass es nur logisch war, diese zuerst anzugehen. In einem zweiten Schritt werden wir auch die Ansteuerung von Wärmepumpen anbieten. Diese Entwicklungsarbeit beginnen wir noch in diesem Jahr. In wenigen Wochen werden wir vorab einen günstigen Wärmepumpen-Stromtarif mit separatem Stromzähler anbieten, von dem dann schon vorher Kunden mit Wärmepumpen profitieren werden.

Wie funktioniert die Wärmepumpenanbindung beim Senec-Zero-Tarif?

Die Details dazu werden wir erst veröffentlichen können, wenn wir die ersten Wärmepumpen an die Senec-Speichersysteme angebunden haben. Da es verschiedenste Wärmepumpenhersteller mit verschiedensten Steuerungsprotokollen und Schnittstellen gibt, kann die Entwicklung einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bei Anschluss einer Wärmepumpe oder eines Heizstabes – in welcher Einsatzreihenfolge wird der Solarstromüberschuss verwendet und wann wird der Batteriespeicher für die Heizung entladen?

Grundsätzlich ist die Ladelogik unserer Speichersysteme so programmiert, dass der Direktverbrauch des Stromes aus der Photovoltaikanlage immer Vorrang hat, weil dann auch die Wirkungsgradverluste am geringsten sind. Danach (beziehnungsweise parallel – je nach anliegender Leistung) wird der Stromspeicher geladen und danach ins öffentliche Netz eingespeist. Wird ein programmierbarer Zusatzverbraucher (zum Beispiel ein Heizstab) eingebaut, dann kann dieser automatisch zugeschaltet werden bevor Photovoltaikstrom ins öffentliche Netz gespeist wird. Die Entladung unserer Speichersysteme ins kundeneigene Hausnetz erfolgt immer dann, wenn zu wenig oder gar keine Photovoltaik-Erzeugung anliegt. Hier wird aktuell nicht zwischen „Lichtstrom“ und Heizungsstrom als Verbraucher unterschieden, weil beides in der Regel denselben Einkaufspreis bei Netzstrombezug hat. Mit der zukünftig möglichen Ansteuerung von Wärmepumpen wird dann eine erweiterbare Lade- und Entladelogik angeboten, die der Kunde dann selbst konfigurieren kann.

Gibt es Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Zusammenhang mit der Verwendung einer Wärmepumpe?

Ja, im für unseres Senec-Fachpartner exklusiv zur Verfügung gestellten Rechner-Software www.speicher-rechnen.de (http://www.speicher-rechnen.de/auth/login ) können annäherungsweise Wirtschaftlichkeitsberechnungen für den gesamten Hausstrombedarf inklusive Wärmepumpe berechnet werden (allerdings nicht mit den Zero oder Cloud-Tarifen).

Heizstab: wie oft gibt es eigentlich Solarstromüberschüsse während der Heizperiode oder bezieht sich die Wärmeersparnis nur auf Warmwasser?

In der Beispielrechnung haben wir einen Heizstab mit einer Leistung von 6 Kilowatt unterstellt. Typischerweise wird solch ein Heizstab für einen Brauchwasser-Pufferspeicher verwendet. Es ist allerdings auch möglich sogenannter Kombi-Heizungsspeicher mit mehreren Heizstäben auszustatten, so dass auch Photovoltaik-Überschussstrom für das Heizungswasser verwendet werden könnte.

Ab wann kommt die Power Reducerbox für den Heizstab denn wirklich auf den Markt? Sie wird immer wieder versprochen, dann verschiebt sich die Einführung. Was ist da eigentlich das Problem?

Die SENEC.Heat Power Box befindet sich gerade bei ausgewählten Kunden im Feldtest. Sobald dieser Feldtest erfolgreich abgeschlossen ist, werden die Geräte über unsere vier Großhändler und unsere über 300 Senec-Fachpartner im Markt vertrieben und installiert. Wenn der Feldtest in den Eigenheimen störungsfrei verläuft, dann rechnen wir mit Ende September 2016 für die Serienfertigung und Markteinführung.

4. Allgemeine Fragen

Haben Blei-Systeme noch Kostenvorteile?

Ja, unsere Blei-Flüssig-Akkus sind günstiger in der Anschaffung und auch die Ersatz-Akkus kosten aus heutiger Sicht nur etwa ein Drittel der Kosten für Lithium-Akkus. Das liegt an der schon seit Jahrzehnten vorhandenen Massenproduktion der bewährten Blei-Akkus und des schon lange geregelten und preisgünstigen Recyclingprozesses. Heute kann ein Blei-Akku zu fast 100 % recycelt werden, ein Lithium-Akku nicht und zudem nur mit – im Verhältnis zum Blei-Akku – hohem Energie- und Kostenaufwand. Tendenzen der beginnenden Massenproduktion bei Lithium-Akkus sind zu erkennen.

Ich habe seit September 2015 zwei Senec-Speicher. Bekommt man bei Anbindung des Heizstabes der Wärmepumpe dann auch zweimal mal die "Stromgeschenke"?

Die über „SENEC.Zero“ beziehungsweise „SENEC.Heat“ gelieferten kostenlosen Strommengen hängen von der Kilowattleistung der angeschlossenen Geräte sowie von deren Vermarktungsmöglichkeiten z.B. Im Regelenergiemarkt ab. Grundsätzlich können über den Zero-Tarif sowohl kostenlose Kilowattstunden in den Senec-Speicher geladen als auch an zukünftig über unsere neuen Heat Power Box angesteuerte Heizstäbe geliefert werden. Details hierzu folgen, sobald wir die Serienfertigung und den Serienvertrieb dieser Power Box gestartet haben.

Halten Sie den Einbau einer Infrarotheizung mit Photovoltaik und Speicher für sinnvoll?

Wie bei allen solchen und ähnlichen Fragen, kann man nur antworten: Kommt darauf an. Die wartungslose und langlebige Infrarotheizung in Neubauten erfreut sich einer kleinen, wenn auch steigenden Nachfrage. Hierbei spielt sicher auch der Wohlfühlfaktor dieser Strahlungswärme für den Kauf eine Rolle und nicht nur wirtschaftliche Gründe. Aus technischer Sicht kann man sagen, dass diese Gerätekombination durchaus sinnvoll ist und bei genauer Betrachtung für bestimmte Haushalte vielleicht auch wirtschaftlicher als die klassische Öl- oder Gasheizung sein kann. Wir würden hier dann aber zusätzlich die Einbindung in unsere Cloud empfehlen, weil der meiste Wärmebedarf im Winter entsteht und zu der Jahreszeit nun mal wenig PV-Strom vor Ort erzeugt wird. Der Photovoltaik-Überschussstrom im Sommer kann durch Einspeisung in unsere Cloud im folgenden Winter für die Infrarotheizung wieder entnommen bzw. geliefert werden. Im Optimalfall decket man hierbei 100% des Jahresstrombedarfs aus seiner eigenen PV-Jahresproduktion.

Wie sicher ist die Lieferung von kostenlosem Strom. Kann das irgendwie garantiert werden?

Die Belieferung mit kostenlosem Strom über „SENEC.Zero“ (Econamic Grid) hängt vor allem von den rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich jederzeit ändern können, dem Zustand von Angebot und Nachfrage im Stromnetz und der Anzahl und dem Verhalten der Marktteilnehmer im Regelenergiemarkt ab. Dies können wir nicht bestimmen oder vorhersagen, und daher haben wir in der Vergangenheit keine Garantie für eine bestimmte Liefermenge oder einen bestimmten Zeitraum ausgesprochen und können dies auch verständlicherweise nicht für die Zukunft tun.

Wie sieht es aus mit der zusätzlichen Einbindung eines BHKW, für dessen Strom vom EVU keine Zusatzvergütung mehr bezahlt wird, da 10 Jahre Förderung vorbei sind?

Grundsätzlich lassen sich technisch gesehen alle Senec-Stromspeicher mit Strom aus verschiedenen Quellen (Photovoltaik, BHKW, Kleinwindrad oder Brennstoffzelle) ohne teure Zusatzkomponenten beladen. Auch die Kombination mit mehreren und auch verschiedenen Stromerzeugern funktioniert. Die Einbindung in die Cloud ist auch auf Anfrage möglich.

Wird es auch für den Speicher mit Econamic Grid eine Ladesteuerung mit Wetterprognose geben?

Ja, das befindet sich im Entwicklungsstadium bei uns. Wir planen die Prognose von Wetterdaten als auch die von Strombörsen in die Ladelogik unserer Systeme einzubetten, so dass noch effizientere Energienutzungen und Netzstabilitäten erreicht werden können. Wir sind zuversichtlich, dass wir noch Ende dieses Jahres die erste Stufe davon unseren Kunden anbieten werden können.

Wird es sich für Mieter, die keine PV Anlage haben, lohnen, sich einen Speicher zu zulegen?

Im Sinne von Wirtschaftlichkeit lohnt sich ein Senec-Speichersystem derzeit nur bei einer eigenen Stromerzeugung (durch zum Beispiel mit Photovoltaik oder BHKW) in der eigenen Immobilie. Leider werden von gesetzlicher Seite her keine attraktiven Rahmenbedingungen für Vermieter geschaffen, wovon auch Mieter profitieren könnten. Wir bieten jedoch in Kürze mit dem Stromtarif „SENEC.Classic“ einen günstigen Stromtarif für jedermann, auch Mieter. Dafür braucht keiner einen Speicher. Weitere Überlegungen in dieser Richtung gedeihen gerade noch in unserer „Denkfabrik“.

Kann man eine Elektroauto-Ladestation so einbinden, dass man die Fahrzeuge als zusätzliche Speicherkapazität nutzen kann? Auch im Econamic Grid?

Hier stehen wir als Hersteller und Stromlieferant noch ganz am Anfang. In 2017 werden wir uns mit E-Mobility intensiver beschäftigen, wenn wir die anderen Entwicklungsthemen in Sachen Wärme und neue Stromtarife abgeschlossen haben. Wir sind bei solchen Entwicklungen immer auch auf die Zuarbeit und Kooperationsbereitschaft anderer Hersteller angewiesen, da hier verschiedenste Herstellerprodukte miteinander kommunizieren und zentral gesteuert werden müssen. Grundsätzlich ist Ihr Vorschlag aber eine gute Idee. Jedoch ist aus heutiger Sicht die im Auto gespeicherte kWh dort auch am meisten wert und sollte auch dort verbraucht werden. Eine Rückspeisung ins Hausnetz, in den stationären Haus-Akku oder die Heizung macht wirtschaftlich eher weniger Sinn.

Werden mehr als 500 Teilnehmer für die Cloud möglich sein?

Wir werten gerade die bisherigen Erfahrungen aus und werden uns danach dazu äußern.

Läuft Senec-vario bereits? wenn nicht, ab wann?

Nein, noch nicht. Nach heutiger Planung ist die Einführung für Oktober 2016 vorgesehen.

Wo werden Ihre Daten gehostet? Gelten die hohen deutschen Datenschutzstandards?

Unserer Server verteilen sich aus Sicherheitsgründen auf verschiedene Standorte in Deutschland. Und natürlich halten wir uns an das Datenschutzgesetz.

Ich fahre ein Elektroauto. Kann ich das mit Senec-Heat laden?

Nein.

Durch das Aktivieren des Econamic Grid ist der Zugriff auf den Speicher für den Kunden stark begrenzt. Dieser Speicher ist mit zwei Steckdosen, die je nach PV Leistung verwendet werden können, um diverse Zusatzgeräte zu steuern. So wird dies in dem Verkaufsprospekt angepriesen, aber nicht darauf hingewiesen, dass bei Verwendung des Econamic Grid der Zugriff auf die Steckdosen gesperrt ist. Das ist sehr belastend. Wird das Problem irgendwann gelöst?

Nicht das Aktivieren des Econamic Grid hat die Nutzung der beiden schaltbaren Steckdosen eingeschränkt, sondern der Übergang vom lokalen Monitoring zum Internetportal. Hierdurch können Sie nun von überall auf der Welt bequem alle Ihre Stromdaten und –flüsse abrufen. Durch einen Softwarefehler ist hierbei aber leider die Funktion der Steckdosen deaktiviert worden. Dafür möchten wir uns hiermit höflichst entschuldigen. Mit dem nächsten Update des Monitoringportals www.mein-senec.de können Sie über das Portal auf die zwei programmierbaren Kontakte/Steckdosen wieder zugreifen und diese einstellen. Diese und weitere Funktionen planen wir Im September/Oktober 2016 auszurollen. Wenn Ihr Senec-Speichersystem mit dem Internet verbunden und für mein-senec.de registriert ist, dann erhalten Sie das Update automatisch.