RWE mit rückläufigen Ergebnissen im ersten Halbjahr

RWE hat im ersten Halbjahr einen Rückgang seines Ergebnisses hinnehmen müssen. Das EBITDA habe sich um fünf Prozent auf 3,0 Milliarden Euro verringert, teilte der Energiekonzern bereits am Donnerstag mit. Das betriebliche Ergebnis sei um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gesunken, was vor allem am Handelsgeschäft lag. Dort habe RWE im zweiten Quartal deutliche Verluste hinnehmen müssen. Dagegen sei das betriebliche Ergebnis im Bereich „Konventionelle Stromerzeugung“ deutlich gestiegen. Das bereinigte Nettoergebnis habe aufgrund einer ungewöhnlich niedrigen Steuerquote bei 598 Millionen Euro und damit zehn Prozent höher als im Vorjahreszeitraum gelegen, hieß es weiter. Gegenüber dem Jahresende ist die Nettoverschuldung von RWE wieder deutlich gewachsen. Sie lag etwa 2,8 Milliarden Euro höher und erreichte zu Ende Juni 28,3 Milliarden Euro.

Ziemlich genau ein Jahr nach Konkurrent Ende hatte RWE Ende vergangenen Jahres die Aufspaltung des Konzerns angekündigt. Die grundlegende Neuaufstellung liege „voll im Zeitplan“, hieß es dazu. Zum 1. April hatte die neue Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Derzeit firmiert sie unter dem Namen „RWE International SE“. Voraussichtlich zum 1. September werde sie den endgültigen Namen „Innogy SE“ erhalten, kündigte der Energiekonzern nun an. Für dieses Jahr sei geplant, voraussichtlich rund zehn Prozent der Innogy-Aktien im Zuge einer Kapitalerhöhung am Markt zu platzieren. „Zeitweise haben 1.500 Menschen bei RWE am Konzernumbau mitgearbeitet“, erklärte RWE-Vorstandschef Peter Terium. „Nur sechseinhalb Monate nach der Zustimmung unseres Aufsichtsrats haben wir die legale Reorganisation bereits abgeschlossen und mit Innogy eine starke Marke entwickelt.“

Die Stromerzeugung im ersten Halbjahr habe mit 107,1 Milliarden Kilowattstunden um fünf Prozent höher gelegen als im Vorjahreszeitraum, teilte RWE weiter mit. Ausschlaggebend seien die verbesserten Marktbedingungen für Gaskraftwerke, insbesondere in Großbritannien gewesen. Auch sei mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden, vor allem von neuen Offshore-Windparks von RWE. Auch der Stromabsatz an externe Kunden sei um vier Prozent höher als im Vorjahr gewesen, während der Gasabsatz um sieben Prozent gesunken sei. Insgesamt habe RWE 30 Prozent weniger in neue Stromerzeugungskapazitäten investiert. Die Investitionen seien sowohl bei den konventionellen als auch den erneuerbaren Anlagen rückläufig gewesen.

Für das Gesamtjahr bestätigte RWE seine bereits zuvor veröffentlichte Prognose. So solle 2016 ein EBITDA von 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro, ein betriebliches Ergebnis von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,7 Milliarden Euro erreicht werden. (Sandra Enkhardt)