Solar Impulse vollendet Weltumsegelung allein mit Solarenergie

Am Dienstagmorgen um 2:05 Uhr europäischer Sommerzeit setzte die Solar Impulse 2 auf dem Flughafen in Abu Dhabi auf. Pilot Bertrand Piccard machte damit die 40.000 Kilometer lange Weltumsegelung mit dem Solarflugzeug perfekt. In 17 Etappen haben er und sein Kollege Andre Borschberg die Solar Impulse 2 einmal um die Erde gesteuert und sich dabei allein auf die Kraft der Sonne verlassen. Mehr als 17.000 Solarzellen von Sunpower sind auf den Tragflächen installiert. Um auch nachts fliegen zu können, verfügt das Flugzeug zudem über vier Lithium-Ionen-Batterien. Letztere sorgten nach der Pazifik-Überquerung von Japan nach Hawaii – die längste Etappe der Weltumrundung – für eine Zwangspause. Die Batterien waren überhitzt und mussten getauscht werden. Rund vier Monate blieb die Solar Impulse, die im März 2015 in Abu Dhabi zu ihrem historischen Ereignis gestartet war, am Boden. Im April setzten die Piloten die Weltumsegelung von Hawaii aus dann fort. Die letzte Etappe dauerte noch einmal rund zwei Tage.

Zu den ersten Gratulanten nach der geglückten Weltumsegelung allein mit der Kraft der Sonne gehörte der Generaldirektor der IRENA, Adnan Amin. „Diese bemerkenswerte Leistung ist ein klares Signal, dass das Zeitalter der erneuerbaren Energien angebrochen ist“, sagte er. Piccard und Borschberg hätten mit ihrer Pionierleistung gezeigt, wozu erneuerbare Energien in der Lage seien und dass sie eine nachhaltige und zuverlässige Energiequelle seien. Auch Sunpower freute sich über den erfolgreichen Abschluss. Dies beweise auch die Leistung, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Photovoltaik-Lösungen des US-Herstellers, erklärte Peter Cousins, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung. Die eingesetzten Solarzellen von Sunpower seien hocheffizient, langlebig und etwa so dünn wie ein menschliches Haar.

Gratulationen für den Weltrekord kamen auch aus Deutschland. „Die ‚Solar Impulse 2‘ hat eine Spannweite von 72 Metern und ist durch seine innovative Leichtbauweise mit Kohlefasern nur so schwer wie ein Mittelklassewagen. Damit ist sie ein Musterbeispiel für die Kombination von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien“, erklärte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, nach der erfolgreichen Landung. Er sprach von einer „beeindruckenden Leistung“ der Piloten. Auch der Grünen-Politiker Hans-Josef Fell gratulierte Piccard und Borschberg zu ihrer „erfolgreichen Pioniertat“. Sie sei ein „wesentlicher Baustein für die solare Weltrevolution“. „Es ist toll, wie viele Menschen am Unglaublichen arbeiten und es dennoch Realität werden lassen. Noch vor zwei Jahrzehnten wurden Herrmann Scheer und ich als ‚Spinner‘ bezeichnet, weil wir die Erneuerbaren Energien mit dem EEG fördern und zu industriellen Marktdurchbrüchen führen wollten. Heute sind Solar- und Windenergie die günstigsten Arten der Energieversorgung und eine 100-prozentige Versorgung der Welt mit erneuerbaren Energien näher als je zuvor. Behindert wird eine schnelle Vollversorgung mit erneuerbaren Energien nur durch die sogenannten ‚Realisten‘, die da behaupten, das wäre nicht möglich, weil es zum Beispiel nie Solarflugzeuge geben könne“, erklärte Fell. (Sandra Enkhardt)