Großspeicher-Markt boomt auch in Deutschland

Teilen

Im Segment der Batterie-Großspeicher ist in Deutschland eine erhöhte Marktaktivität zu beobachten, wie das Berliner BüroF nun vermeldet. In den vergangenen Jahren seien zehn Pilotanlagen im Megawattbereich in Deutschland realisiert worden. Für 2016 sei nun die Realisierung von mindestens acht weiteren Großspeichern angekündigt worden. Zudem würden mehrere Projekte entwickelt, Flächen an Umspannwerken gesichert und Marbarkeitsstudien erstellt, heißt es weiter.

Quelle:www.burof.de Am Dienstag hatte IHS eine Analyse veröffentlicht, wonach im vierten Quartal 2015 die Projektpipeline für Batteriespeicher weltweit auf 1,6 Gigawatt angewachsen ist. Der Markt für Großspeicher wird dabei vor allem durch geplante Projekte in den USA und Japan getrieben. Aber auch in Deutschland hat der Energieversorger Steag Ende vergangenen Jahres noch die baldige Realisierung von sechs 15-Megawatt Großspeichern an seinen Kraftwerken in Deutschland angekündigt. Dies will das Unternehmen ohne Förderung umsetzen und stattdessen seine Energie am Primärregelenergiemarkt verkaufen, um die Projekte zu finanzieren.

Die Pöyry Management Consulting hatte ebenfalls am Dienstag eine Analyse veröffentlicht, wonach der Druck auf die Primärregelleistungspreise im Energiemarkt kontinuierlich zunimmt. Es zeichne sich ein weiterer Preisverfall ab. Dies liege daran, dass Batteriespeicher zunehmend Primärregelenergie bringen würden. Nach Ansicht des Düsseldorfer Beratungsunternehmens sollten Investoren in Großspeicher dringend die Rentabilität ihrer Projekte prüfen. Nach Angaben von Pöyry Management Consulting ist die für die Primärregelleistung eingesetzte Batteriespeicherkapazität von 1 Megawatt im Jahr 2012 auf 27 Megawatt im Jahr 2015 gestiegen. Außerdem gebe es eine Pipeline mit angekündigten Projekten von mehr als 100 Megawatt. Nach Berechnungen der Berater führt ein Zubau von 155 Megawatt Batteriespeicherkapazität zur Erbringung von Primärregelleistung zu einer Verringerung der durchschnittlichen Primärregelenergiepreise von 20 Prozent. Der aktuelle Bedarf für Primärregelenergie liege in den gekoppelten Märkten Deutschland, Niederlande, Schweiz und Österreich bei rund 783 Megawatt.

Bei BüroF sieht man in der Vermarktung von Regelenergie „das derzeit häufigste“ Geschäftsmodell für den Betrieb von Großspeichern. So hätten Younicos und WEMAG mit ihrem 5-Megawatt-Großspeicher in Schwerin im ersten Betriebsjahr Erlöse von durchschnittlich 3.810 Euro für das Megawatt wöchentlich bereitgestellter Primärregelleistungskapazität erzielen können. Allerdings sei die Präqualifizierung von Stromspeichern zur Teilnahme am Regelenergiemarkt derzeit noch schwierig und nicht einheitlich geregelt.

Weitere Geschäftsmodelle für den Betrieb von Großspeichern sind nach der Kurzanalyse des BüroF nach noch Nachbarschaftsspeicher. So hat etwa der Energieversorger MVV ein „Strombank“-Konzept entwickelt, bei dem Betreiber von Photovoltaik- und KWK-Anlagen gemeinschaftlich einen Speicher nutzen. Dieses Konzept befinde sich aber noch in der Erprobungsphase. Ein weiteres Geschäftsmodell sei, dass Betreiber von großen Solar- und Windparks Speicher zur Optimierung ihrer Stromvermarktung nutzten. Belectric hat diesbezüglich bislang ein Pilotprojekt umgesetzt. (Sandra Enkhardt)

Auf pv magazine Deutschland finden Sie eine Marktübersicht zu Anbietern von Großspeichern. Wenn ihr Eintrag fehlt, melden Sie sich bitte per Mail beiMirco Sieg.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.