IRES: Integration von Speichern schneller als erwartet

In einem Punkt waren sich die Teilnehmer des IRES-Symposiums „Politische Rahmenbedingungen und Finanzierungsfragen der Speicherung erneuerbarer Energien“ einig: Die Integration von Speichertechnologie in das Energieversorgungssystem geht schneller voran als erwartet – vor allem „im subventionsfreien Markt der Primärregelleistung“, wie Dirk Uwe Sauer erläuterte. „Damit werden Batteriespeicher dazu beitragen, dass konventionelle Kraftwerke nicht mehr nur deswegen laufen müssen, um Systemstabilität zu garantieren“, sagte der Professor am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der IRES-Konferenzreihe während seines Impulsvortrags am heutigen Donnerstag in Berlin. In Deutschland seien inzwischen über 25000 Photovoltaik-Hausspeichersysteme installiert, zudem habe Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel inzwischen die Fortsetzung der Speicherförderung verkündet. Damit, so Sauer weiter, sei eine gute Grundlage dafür gegeben, dass auch aus Gesamtsystemsicht förderliche Speichersysteme entwickelt und installiert würden.

Die Teilnehmer des IRES-Symposiums beschäftigten sich in drei Blöcken in Form von Übersichtsvorträgen und Diskussionen mit den Themen „Wissenschaft und Forschung“, „Wirtschaftlichkeit und Wachstum“ sowie „Rahmenbedingungen in Deutschland“ . Rund 100 Fachleute aus dem In- und Ausland waren der Pressemeldung zufolge dazu nach Berlin gekommen. Die Veranstalter, Eurosolar und die Energieagentur NRW, wollten mit dem Symposium die Bedeutsamkeit von Energiespeichern für eine erfolgreiche Energiewende in den Mittelpunkt rücken.

„Für eine unabhängige und sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien braucht Deutschland Speichersysteme“ betonte Eurosolar-Präsident Peter Droege. Die dezentrale Energiewende könne nur erfolgreich sein, wenn die Marktbedingungen für deren Einführung geschaffen würden. „Unsere IRES-Konferenzen zeigen, dass schon heute herausragende Speichermöglichkeiten bestehen, mit vorzüglichen wirtschaftlichen Perspektiven.“ Eurosolar organisiert die Konferenzreihe zur Speicherung erneuerbarer Energien (IRES) seit dem Jahr 2006, um das Potenzial, den Einsatz, die technische Entwicklung und Nutzung von Speichern zu präsentieren.

Lothar Schneider, Geschäftsführer der Energieagentur NRW, betonte die Bedeutung der weiteren Entwicklung. Nur so könnten Speichertechnologien für die breite Anwendung vorbereitet werden und in einigen Jahren, wenn sie dringend benötigt würden, kostengünstig und technisch ausgereift zur Verfügung stehen. Schneider: „Daher ist die Initiierung von weiteren Forschungs- und Entwicklungsprojekten zur Ausgestaltung und Erprobung marktfähiger Produkte ebenso wichtig wie eine entsprechende rechtliche Grundlage zu deren Einsatz.“ Die Energieagentur NRW strukturiert und koordiniert mit ihrem Netzwerk „Netze & Speicher NRW“ die landesweiten Bemühungen rund um die Entwicklung und Verbreitung von Speichertechnologie. (Petra Hannen)