Solarcity will langsamer wachsen und Kosten senken

Solarcity befindet sich auf einem starken Wachstumskurs in den vergangenen Jahren und konnte seine Photovoltaik-Installationszahlen jedes Jahr fast verdoppeln. Im dritten Quartal hat das US-Unternehmen 256 Megawatt Photovoltaik-Anlagen installiert und Aufträge für weitere 345 Megawatt; eine Steigerung um 86 und 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau, wie Solarcity am Donnerstag veröffentlicht.

Der kleinere Zuwachs bei den Aufträgen im Vergleich zur installierten Leistung hat bei Solarcity zu einem Umdenken geführt. Bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal kündigte das Unternehmen eine neue Strategie an. Demnach strebt sie künftig ein weiteres Wachstum von jährlich 40 Prozent an und will die Kosten mit dem Ziel senken, einen positiven Cash-Flow bis Ende des Jahres 2016 zu erreichen.

Dieser Zeitpunkt ist kein Zufall, da zum Jahreswechsel 2017 die Senkung des Investmentzuschusses (ITC) auf zehn Prozent ansteht. „Das Wettbewerbsumfeld wird dann ein komplett anderes sein und wir müssen nun Maßnahmen ergreifen, dass wir zu diesem Zeitpunkt Marktführer sind“, erklärte Vorstandschef Lyndon Rive.

Solarcity hat bereits kräftig an der Reduzierung der Kosten gearbeitet. Selbst mit Kundenakquisekosten von 0,64 US-Dollar erreiche das Unternehmen durchschnittliche Systemkosten von 2,84 US-Dollar pro Watt – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2017 will Solarcity durchschnittliche Kosten von 2,50 US-Dollar pro Watt installierter Photovoltaik-Leistung erreichen.

Im dritten Quartal hat Solarcity einen Umsatz von 114 Millionen US-Dollar bei einem Betriebsverlust von 191 Millionen US-Dollar erzielt. Allerdings stehe dem Photovoltaik-Unternehmen noch viel Geld zur Verfügung mit 418 Millionen US-Dollar in bar und kurzfristigen Investitionen.

„Die vergangenen neun Monate ging es vor allem um Wachstum und Erweiterung“, erklärte Rive. „Wenn man um 80 Prozent wächst, muss man sehr große Investitionen tätigen, deren Ergebnisse man aber erst zwei bis drei Quartale später sieht.“

Im 3. Quartal habe Solarcity 298.000 Kunden gewonnen und bis Ende September 1,6 Gigawatt an Energieverträgen geschlossen. Zudem hätten die bereits installierten Photovoltaik-Anlagen einen Nettowert von 3,3 Milliarden US-Dollar. Solarcity ist derzeit in 19 US-Bundesstaaten aktiv. Zusätzlich habe es seine erste Photovoltaik-Anlage in Mexiko installiert und damit seine internationale Expansion begonnen. Die Internationalisierung wolle das Unternehmen dabei langsam und schrittweise angehen.

Zum Schluss äußerte sich Solarcity auch noch zur Gigawatt-Fabrik für die Silevo-Solarmodule. Die Produktion solle demnach im ersten Halbjahr 2016 hochgefahren werden. Die Technologie zeige bereits bessere Ergebnisse als erwartet, hieß es weiter. (Christian Roselund, übersetzt und bearbeitet von Sandra Enkhardt)