Hanwha Q-Cells vor dem Neustart nach dem Produktionsende in Deutschland

Jedem Ende wohnt auch ein Anfang inne – frei nach diesem Motto kündigt die Hanwha Q-Cells GmbH nun an, seine deutschen Standorte neu aufzustellen. Künftig wolle sich das Photovoltaik-Unternehmen auf die Schwerpunkte Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement, Komponentenvertrieb sowie Kraftwerkslösungen konzentrieren. Erst zu Beginn der Woche war die Solarzellenproduktion am Hauptsitz in Thalheim gestoppt worden. Die Produktionsanlagen werden an den Hauptproduktionsstandort nach Malaysia verlagert, der von der Unternehmensführung als wettbewerbsfähiger eingestuft wird.

Im Januar hatte der Photovoltaik-Hersteller angekündigt, zum März die Produktion in Deutschland beenden zu wollen. Über die Restrukturierung habe das Unternehmen jetzt eine Einigung mit dem Betriebsrat erzielt. Am gestrigen Mittwoch hätten beide Seiten entsprechende Vereinbarungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan unterschrieben. Demnach werden an den deutschen Standorten des Unternehmens in Thalheim und Berlin insgesamt 470 Stellen abgebaut und damit 80 weniger als ursprünglich angekündigt, wie Hanwha Q-Cells nun mitteilte. Die betroffenen Mitarbeiter hätten nun die Alternative, in eine Transfergesellschaft einzutreten oder sich für das im Sozialplan vereinbarte Abfindungspaket zu entscheiden. Über die Konditionen wurden die Mitarbeiter heute in einer Betriebsversammlung informiert. Die Arbeitsagentur hatte für die Mitarbeiter am gestrigen Tag zudem ein Job-Speed-Dating organisiert, an dem mehr als 50 Unternehmen aus der nahen und ferneren Umgebung teilnahmen.

Künftig werden aber an den beiden deutschen Standorten weiterhin mehr als 400 Mitarbeiter für Hanwha Q-Cells arbeiten. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Forschungs- und Entwicklungsarbeit für hocheffiziente Photovoltaik-Technologien und –Produkte sowie dem weltweiten Qualitätsmanagement. Dafür bleibe nun auch die Pilotlinie für die Zellfertigung und das komplette Modultestzentrum am Hauptstandort Thalheim erhalten, hieß es weiter. Zudem würden sich die Mitarbeiter verstärkt auf den Vertrieb von Photovoltaik-Komponenten sowie das wachsende Geschäft mit Photovoltaik-Kraftwerken konzentrieren. (Sandra Enkhardt)