Photovoltaik-Markteinbruch trifft besonders kleinere Gewerbe-Anlagen

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Die Analysten von EuPD Research haben sich die Photovoltaik-Zubauzahlen für Deutschland aus dem vergangenen Jahr genauer angeschaut. Mit einer neu installierten Photovoltaik-Leistung vonnur noch knapp 1,9 Gigawatt ist der niedrigste Stand seit 2008 zu verzeichnen. Der Negativtrend beim Photovoltaik-Zubau werde auch im ersten Quartal anhalten, bestätigen die Analysten von EuPD Research ihre Prognose aus dem Mai 2014. Das vergangene Jahr war von der Diskussion um die EEG-Novelle geprägt, die schließlich zum 1. August in Kraft trat. Die Gesetzesänderung habe nur zu minimalen Vorzieheffekten geführt, so die Analysten. So sei im Juli mit 345 Megawatt an Neuinstallationen der höchste monatliche Zubau 2014 zu verzeichnen gewesen. Der Tiefpunkt war im Oktober erreicht mit einem Zubau von lediglich 75 Megawatt.

Einen deutlichen Rückgang habe es im vergangenen Jahr vor allem im Segment kommerzieller Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 40 Kilowatt gegeben. Mit 258 Megawatt neu installierter Leistung in diesem Bereich sei 2014 im Vergleich zum Vorjahr weniger als die Hälfte der Anlagen dieser Größenklasse neu errichtet worden. Eine mögliche Erklärung ist nach Ansicht von EUPD Research, dass mit der EEG-Novelle der Eigenverbrauch bei Photovoltaik-Anlagen mit mehr als zehn Kilowatt Leistung mit einer anteiligen EEG-Umlage belastet wird. Dies erschwere einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zum Zweck der optimalen Eigenstromnutzung. Es sei zwar auch bei privaten Photovoltaik-Dachanlagen bis zehn Kilowatt Leistung ein Rückgang zu verzeichnen gewesen. Insgesamt jedoch zeigt sich dieses Segment mit einem unterdurchschnittlichen Rückgang im Jahresvergleich um lediglich ein Drittel deutlich stabiler als das Gewerbe-Anlagen-Segment, wie es bei EuPD Research heißt.

Der regionale Vergleich des Photovoltaik-Zubaus zeigt, dass die meisten neuen Anlagen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zugebaut wurden. Dies sei bereits 2013 der Fall gewesen. Im vergangenen Jahr sei fast jede zweite Photovoltaik-Anlage in einem dieser drei Bundesländer installiert worden. Im regionalen Vergleich habe Bayern jedoch erheblich verloren – die Neuinstallationen im Freistaat seien um 53 Prozent zurückgegangen, während der gesamtdeutsche Durchschnitt nur ein Rückgang um zehn Prozent gewesen sei. Ursache für den starken Rückgang in Bayern sei der herbe Einbruch bei Freiflächenanlagen mit mehr als einem Megawatt Leistung gewesen. In diesem Segment seien mit insgesamt 99 Megawatt weniger als ein Drittel des Wertes von 2013 erreicht worden. Dagegen sei in Sachsen-Anhalt und Brandenburg in diesem Segment im Jahresvergleich nur ein Rückgang von 11 bis 12 Prozent zu verzeichnen gewesen, so die Analysten. (Sandra Enkhardt)

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