Betriebsmodelle für Quartierspeicher im Test

Das Forschungsprojekt „Strombank“ unter Federführung der MVV Energie wird neue Modelle für eine effizientere Nutzung von lokal erzeugtem Strom untersuchen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Batteriesystem mit einer Speicherkapazität von 100 Kilowattstunden, das am Montag offiziell im Süden Mannheims in Betrieb genommen wurde. „Mit der Strombank erproben wir die lokale Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch. So schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass immer mehr erneuerbare Erzeugungsanlagen in die Netze eingebunden werden", sagte Werner Dub, Technikvorstand bei dem Energieversorger. Die „Strombank“ zeige, wie vorhandene Speichertechnik mit dem passenden Betriebskonzept bereits heutzutage im realen Einsatz diesen Zweck erfülle.

Das Konzept des Quartierspeichers sehe vor, dass Strom aus unterschiedlichen lokalen Erzeugungsanlagen, der nicht sofort genutzt werde, in den Speicher fließt. Sobald der Energiebedarf die Erzeugung wieder übersteige, können die angeschlossenen Haushalte und Gewerbebetriebe ihren gespeicherten Strom einsetzen. An der „Strombank“ sind MVV Energie zufolge Photovoltaik-Anlagen und Blockheizkraftwerke angeschlossen. Für eine erfolgreiche Energiewende würden solche Geschäfts- und Betreibermodelle benötigt, sagte Helmfried Meinel vom Umweltministerium Baden-Württemberg, das das Projekt fördert. Beteiligt sind neben MVV Energie auch ads-tec, das Institut für Photovoltaik sowie das Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart und der Mannheimer Netzbetreiber Netrion GmbH beteiligt sowie 14 Privathaushalte und vier Gewerbebetriebe. Letztere erhielten im Zuge des Projektes Zugang zu einem Internet-Portal, in dem sie tagesaktuell sowohl ihre Stromerzeugung als auch den eigenen Verbrauch sowie ihren "Kontostand" bei der Strombank erfahren. Bereits seit dem Start der „Strombank“ vor rund einem Jahr hätten die Entwickler verschiedene Arten des Speicherbetriebs simuliert. Die Ergebnisse dieser Vorüberlegungen seien in den Feldtest des Projektes eingeflossen. (Sandra Enkhardt)