First Solar will Kapazitäten wieder ausbauen

Die Finanzkennzahlen von First Solar für das dritte Quartal 2014 sind weitgehend unauffällig. Das US-Photovoltaik-Unternehmen konnte Einnahmen von 889 Millionen US-Dollar verbuchen, was etwa ein Mittelwert der in den letzten Jahren berichteten Quartalszahlen ist. Die Schwankungen bei First Solar sind dabei auch mit den unterschiedlichen Realisierungsstufen von Photovoltaik-Kraftwerken verbunden. Der Photovoltaik-Hersteller berichtet zudem von einer operativen Marge von 9,4 Prozent und einem Gewinn von 88,4 Millionen US-Dollar.

Bezeichnender als die Quartalszahlen war daher auch die Ankündigung der zukünftigen Entwicklung von First Solar. Der Photovoltaik-Hersteller wolle die stillgelegten Modulfertigungslinien im Werk in Malaysia wieder hochfahren und zwei neue Linien in seiner US-Fabrik in Ohio bauen, kündigte Vorstandschef Jim Hughes bei der Präsentation der Quartalszahlen an. Zudem sei eine bessere Auslastung der existierenden Kapazitäten zu erwarten. Im dritten Quartal habe sie nur bei 77 Prozent gelegen, was aber auch an Technologie-Upgrades gelegen habe. Mit der Erweiterung werde First Solar seine Produktionskapazitäten im kommenden Jahr um bis zu 46 Prozent erhöhen – von derzeit rund 1,8 auf dann etwa 2,6 Gigawatt.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Abschaffung der Steuergutschrift auf dem US-Photovoltaik-Markt zum Jahresende 2016 im Vorfeld für eine anziehende Nachfrage sorgen werden“, sagte Hughes weiter. „Wir wollen uns so aufstellen, damit wir möglichst viel dieser Nachfrage bedienen können.“ Eine höhere Nachfrage erwarte das Photovoltaik-Unternehmen auch aufgrund seiner technologischen Verbesserungen. So habe First Solar die durchschnittlichen Wirkungsgrade seiner Dünnschichtmodule im dritten Quartal auf 14,2 Prozent steigern können. Im Oktober liefen bereits Module von Band, die Wirkungsgrade bis zu 14,6 Prozent erreicht hätten.

Zusätzlich zur erwartet höheren Nachfrage aus den USA arbeitet First Solar weiter daran, seine weltweite Präsenz auszubauen. Im dritten Quartal habe sich mehr als 40 Prozent der realisierten Projektkapazitäten bereits außerhalb der USA befunden, was einen neuen Rekord darstelle. Indien und Lateinamerika nannte First Solar als wichtige Märkte. So habe das Unternehmen im dritten Quartal die Finanzierung für den Solarpark „Luz des Norte“ mit 141 Megawatt in Chile gesichert, eines der größten Photovoltaik-Projekte in der Region.

Für das laufende Geschäftsjahr passte First Solar seine Erwartungen aber noch an. So gehe das Photovoltaik-Unternehmen nun von einem leicht niedrigerem Umsatz zwischen 3,6 und 3,9 Millionen US-Dollar bei leicht erhöhten Gewinnen zwischen 300 und 340 Millionen US-Dollar. (Christian Roselund/Sandra Enkhardt)