BEE: Nur 0,15 Cent je Kilowattstunde mehr für Erneuerbare

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) geht davon aus, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr von derzeit 5,277 auf etwa 6,4 Cent je Kilowattstunde steigen könnte. Allerdings trägt der derzeitige Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland nicht entscheidend bei. Die reinen Förderkosten für Strom aus Wind-, Photovoltaik- und Bioenergie sowie Wasserkraft und Geothermie betragen danach im nächsten Jahr 2,54 statt bisher 2,39 Cent pro Kilowattstunde, wie der BEE mitteilte. Dies seien gerade einmal 0,15 Cent je Kilowattstunde.

Für diese Erhöhung seien insbesondere die fallenden Börsenstrompreise verantwortlich sowie die großzügigen Ausnahmeregelungen für die Industrie. "Unsere Berechnungen zeigen: Die EEG-Umlage steigt vor allem, weil die Strompreise an der Börse stetig sinken. Mit dem Zwang, sauberen Strom aus Erneuerbaren Energien am Spotmarkt der Börse zu verkaufen, werden die Erneuerbaren Opfer ihres eigenen Erfolges“, erklärte BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Zudem seien die Einnahmen aus der Vermarktung von Ökostrom geringer ausgefallen, was die EEG-Umlage zusätzlich belaste. „Dieses Paradoxon kann nur die Politik beseitigen", sagte Falk weiter.

Erst am Dienstag erklärte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen außerdem, dass im kommenden Jahr nochmal mehr Unternehmen von den vollen Kosten der EEG-Umlage befreit würden. Gerade die energieintensive Industrie profitiert dabei doppelt, denn sowohl am Spotmarkt als auch am Terminmarkt für langfristige Energielieferverträge fielen die Strompreise immer weiter. Für die Lieferung von Grundlaststrom für das Jahr 2014 lagen sie zuletzt bei 3,7 Cent pro Kilowattstunde und damit rund 25 Prozent niedriger als Ende August 2012. Ursachen hierfür seien vor allem die massiven Wettbewerbsverzerrungen zugunsten von Kohle- und Atomkraftwerken. „Beim Atomstrom sind nach wie vor Risiko- und Endlagerkosten nicht eingepreist. Und CO2-Emissionszertifikate gibt es seit geraumer Zeit zum Schleuderpreis. Deshalb drängt besonders klimaschädlicher Kohlestrom zu Dumpingpreisen auf den Markt“, sagte Falk. Das komplette System müsse nach der Wahl grundlegend und umfassend reformiert werden. Dabei müssen die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt gerückt und flexible Ausgleichsmaßnahmen darum organisiert werden, fordert der BEE-Geschäftsführer.

Mitte Oktober werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage 2014 verkünden. (Sandra Enkhardt)