Belectric weiht 128-Megawatt-Solarpark ein

Teilen

Belectric hat am Freitag seinen 128-Megawatt-Solarpark im brandenburgischen Templin offiziell eingeweiht. Das mit Dünnschichtmodulen ausgestattete Photovoltaik-Kraftwerk befindet sich auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflughafen und soll jährlich rund 120 Millionen Kilowattstunden Solarstrom für 36.000 Haushalte liefern. Die Installation des Solarparks erfolgte bereits im vergangenen Jahr und der Netzanschluss dann vor einigen Wochen. Die technische Inbetriebnahme des Solarparks erfolgte noch in der Übergangsfrist bis Ende September und damit vor der Abschaffung der Solarförderung für Photovoltaik-Anlagen mit mehr als zehn Megawatt Leistung. 

Genau diese Entscheidung der Bundesregierung kritisierten die Belectric-Geschäftsführer Bernhard Beck und Martin Zembsch. „Dank der intensiven Verringerung der Kosten verzeichnet die Photovoltaik über die vergangenen zehn Jahre die steilste Kostensenkungsrate aller erneuerbaren Energien. Umso unverständlicher ist es, dass Projekte dieser Art in Deutschland, aufgrund der politischen Rahmenbedingungen, nicht mehr umsetzbar sind“, sagte Beck während der Einweihungsfeier. Er forderte die Politik zum Handeln auf. „Eine Anpassung der Flächenkriterien ist hierbei der erste Schritt“, sagte der Belectric-Geschäftsführer weiter. Sein Kollege Martin Zembsch ergänzte, dass es für die dezentrale Einspeisung von Energie neue, intelligente Lösungen bedarf. Diese gebe es bereits und sie würden die Kosten für den notwendigen Umbau der Energieversorgung deutlich reduzieren. „Ziel der Politik sollte es daher sein, den Bau von Freiflächen-Solarkraftwerken dort zu gestatten, wo er Netz- und Verbrauchstechnisch benötigt wird“, sagte Zembsch.

Der zur Einweihung anwesende Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, betonte die Bedeutung des EEG für die Energiewende. „Das Projekt in Templin zeigt, dass wir mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in unserer Regierungszeit den richtigen Weg eingeschlagen haben. In der Energiepolitik müssen die Weichen jetzt so gestellt werden, dass die Energiewende erfolgreich fortgeführt werden kann“, erklärte Trittin. Er trat auch Aussagen entgegen, die in den Erneuerbaren und speziell im Ausbau der Photovoltaik den alleinigen Grund für steigende Strompreise sehen. „Nicht die Erneuerbaren sind die Ursache der steigenden Stromkosten, diese Steigerungen sind politisch bedingt, unter anderem durch eine Vielzahl an nicht gerechtfertigten Ausnahmeregelungen“, so der ehemalige Bundesumweltminister. (Sandra Enkhardt)