Erneuerbare klar vor Atomkraft in Deutschland

Teilen

Das Statische Bundesamt hat Zahlen für die Verteilung der Energieerzeugungsarten im Jahr 2012 veröffentlicht. Demnach haben die erneuerbaren Energien die Kernkraft als zweitwichtigste Energiequelle in Deutschland überholt und abgehängt. Der Wichtigste Energieträger bleibt aber noch wie vor mit weitem Abstand die Kohle. Insgesamt sei ein Deutschland im vergangenen Jahr eine Bruttostrommenge von 618 Milliarden Kilowattstunden erzeugt worden. 26 Prozent davon sind laut der Statistik aus Braunkohle und 19 Prozent aus Steinkohle erzeugt worden. Der Anteil der Braunkohle sei dabei sogar noch leicht angestiegen. 

Dahinter rangieren aber mittlerweile ganz klar die erneuerbaren Energien. Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft legten nach den vorläufigen Daten der Arbeitsgruppe Energiebilanzen (AGEB) trugen 2012 zu 22,1 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Dies sei ein Anstieg um 5,7 Prozent binnen Jahresfrist. Die Windkraft blieb dabei der wichtigste erneuerbare Energieträger mit einem Anteil von 7,4 Prozent an der gesamten Stromerzeugung. Die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland stieg im vergangenen Jahr weiter an. Binnen Jahresfrist stieg nach AGEB-Zahlen der Anteil von 3,2 auf 4,5 Prozent. Die Photovoltaik legte damit den größten Sprung unter den Erneuerbaren hin, bleibt aber hinter Windkraft und Biomasse noch auf Platz drei. Insgesamt erzeugten die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen 28,8 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom im vergangenen Jahr.

Hinter der Kohle und den Erneuerbaren rangiert die Kernenergie mittlerweile nur noch auf Rang drei mit einem Anteil von 16,1 Prozent an der Bruttostromerzeugung. Die Nutzung der Atomkraft ist seit der Atomkatastrophe in Fukushima deutlich rückläufig. So trug die Kernenergie laut Statistik im Jahr 2010 noch 22,4 Prozent oder 140,6 Milliarden Kilowattstunden zur deutschen Bruttostromversorgung bei. 2012 waren es nach den vorläufigen Zahlen nur noch 16,1 Prozent und 99,5 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil von Erdgas ist ebenfalls leicht rückläufig. 2012 lag er bei 11,3 Prozent.

Industriestrompreise bei 11,69 Cent je Kilowattstunde

Das Statistische Bundesamt hat zugleich die Entwicklung der Strompreise veröffentlicht. So seien die Kosten für die privaten Haushalte in Deutschland mit einem Jahresverbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden seit 2007 um 32 Prozent von 20,25 auf 26,76 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Die Stromkosten für die Industrie mit einem Jahresverbrauch zwischen 2.000 und 20.000 Megawattstunden seien im gleichen Zeitraum von 8,38 auf 11,69 Cent je Kilowattstunde um knapp 40 Prozent geklettert – jeweils ohne Einbeziehung der Mehrwertsteuer. Gerade die Zahlen für die Industrie zeigen aber auch, dass es im ersten Halbjahr 2010 sogar rückläufige Strompreise gab und auch die Steigerungen seit Anfang 2011 gerade einmal vier Prozent betragen  haben. Auch im dargestellten Vergleich zu den anderen europäischen Ländern liegen die Industrie-Strompreise dabei schon auf einem hohen Niveau. Allerdings ist der Preisunterschied weniger eklatant, wie es gern von der Industrie dargestellt wird. Mehrheitlich bewegen sie sich zwischen acht und elf Cent je Kilowattstunde. In Italien sind es sogar 22,18 Cent je Kilowattstunde, die Industrieunternehmen zahlen müssen. Dabei ist fast eine Verdopplung der Industriestrompreise seit 2008 zu verzeichnen. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.