Steigt Sharp aus Photovoltaik-Geschäft aus?

Sharp könnte sich bald aus dem Photovoltaik-Geschäft zurückziehen. Der japanische Konzern muss laut Reuters kurzfristig rund 3,6 Milliarden Euro an Anleihen zurückzahlen. Nun sollen Banken ein Darlehen über 2,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt haben. Dafür habe der Konzern den Banken ein neues Rettungspaket vorgelegt. Es sehe vor, dass Sharp weltweit nicht nur 5000, sondern 11.000 Miarbeiter abbauen will, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet. Auch sei geplant, dass Geschäft mit Solarmodulen einzustellen, um Geld zu sparen. Bereits seit längerem befindet sich Sharp in Verhandlungen mit dem taiwanesischen Unternehmen Foxconn über den Verkauf eines Anteils von 9,9 Prozent, wie Reuters berichtet. Bereits Mitte August meldete die Nachrichtenagentur in Bezug auf Konzernkreise, dass es schwierig sei, einen Käufer für das Modulwerk in Japan zu finden. Sharp habe allein im zweiten Quartal 2012 den Verlust in seiner Photovoltaik-Produktion auf knapp 70 Millionen Euro verdoppelt. Ein Grund seien die hohen Produktionskosten in Japan. Konkurrent Panasonic hat aus diesem Grund bereits die Produktion von Solarmodulen nach Malaysia verlegt.

Erst im Juli hatte Sharp angekündigt, seine Europazentrale für das Photovoltaik-Geschäft von Hamburg nach Wrexham in Wales verlegen zu wollen. Die Solarsparte sollte demnach in zwei Bereich gegliedert werden: der europaweite Verkauf von Solarmodulen und einem neuen IPP/EPC-Geschäftsmodell mit Schwerpunkt auf das Projektgeschäft. „Die reine Distribution ist nicht mehr ausreichend“, sagte damals Peter Thiele, Executive Vice President von Sharp Solar Europe. Daher versuche Sharp nun, stärker in den Bereich Dienstleistungen und Komplettlösungen zu gehen. „Wir wollen uns in Zukunft mehr auf den Downstream-Bereich fokussieren und Solareinheiten für Wohngebäude vertreiben. (Sandra Enkhardt)

In den vergangenen drei Tagen hat die photovoltaik-Redaktion versucht, einen Kommentar von Sharp Solar zu dieser Meldung zu bekommen. Eine Reaktion aus der Sharp-Europazentrale in Hamburg war bislang nicht zu bekommen. Allerdings erklärte ein Sharp-Sprecher in Großbritannien, dass die Meldungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentiert würden.