Recycling ab 2014 in allen EU-Ländern verpflichtend

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Bisher sind die Rücknahme und das Recycling alter oder kaputter Photovoltaikmodule in Europa nicht gesetzlich vorgeschrieben, denn die Module fielen nicht – wie beispielsweise Fernsehgeräte, Radios oder Laptops – unter die europäische Elektronikschrott-Richtlinie. Das wird sich nun bald ändern. Denn am 13. August 2012 trat die geänderte europäische WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment Directive) in Kraft. Bis spätestens zum ersten Quartal 2014 muss diese in allen EU-Mitgliedsländern mit einem nationalen WEEE-Gesetz umgesetzt werden.

Verantwortlich für die kostenlose Rücknahme und das Recycling der Module sind dann die  "Produzenten“. Diese können allerdings laut der EU-Richtlinie die Hersteller, Importeure als auch eventuell die Verkäufer oder Installateure sein. Dies liegt jeweils im Entscheidungsspielraum der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Offen ist derzeit auch noch, ob künftig alte oder kaputte PV-Module getrennt eingesammelt werden oder beispielsweise in kommunalen Wertstoffhöfen zusammen mit anderem Elektronikschrott wie alten Computern oder Fernsehern „Wir setzen uns dafür ein,  die ausgedienten PV-Module weiterhin getrennt einzusammeln, schon um eine nachträgliche, kostenintensive Aussortierung zu vermeiden“, betonte Alina Lange, Sprecherin der europäischen Industrievereinigung PV-Cycle.

Seit 2010 bietet PV Cycle auf freiwilliger Basis die kostenlose Rücknahme und das Recycling von Photovoltaikmodulen an: 245 Modulhersteller, Importeure und Vereinigungen sind mittlerweile in der europäischen Industrievereinigung organisiert, dies entspricht laut Lange gut 90 Prozent der Industrie. Wurden im Jahr 2010 80 Tonnen ausgediente Module eingesammelt und über beauftragte Recyclingfirmen wiederverwertet, so waren es im vergangenen Jahr schon 1.400 Tonnen und in den ersten beiden Quartalen diesen Jahres bereits 2.250 Tonnen.

Kostenlos oder zu bezahlen

Mittlerweile gibt es in Europa 270 Sammelstellen für ausrangierte Module (2011,185), zumeist bei Großhändlern oder Installateuren. Kostenlos zurückgenommen werden ausrangierte Module von Herstellern und Importeuren, die Mitglied bei PV Cycle sind oder in der Vergangenheit Mitglied waren (und beispielsweise mittlerweile insolvent sind). Bis zu einer Stückzahl von 40 müssen die Module selbst angeliefert werden, größere Mengen werden nach Anmeldung bei PV Cycle vor Ort abgeholt.

Auch ausrangierte Module von Herstellern, die nicht Mitglied bei der Industrievereinigung sind werden nach Anmeldung von PV Cycle zurückgenommen, allerdings nur gegen Entgelt. Dies zumindest wird sich spätestens ab 2014 europaweit ändern, wenn die gesetzlich verordnete kostenlose Rücknahmepflicht greift. Produzenten können die gesetzlichen Auflagen dann individuell, in Zusammenarbeit mit einzelnen Dienstleistern oder über die Mitgliedschaft in einer Vereinigung wie PV Cycle erfüllen. (Hans-Christoph Neidlein)