Kritik aus der eigenen Branche

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Wenn es um die Krise in der deutschen Solarbranche geht, werden zuerst immer wieder zwei Ursachen genannt. Die Politik mit ihren EEG-Entscheidungen oder Nichtentscheidungen und die asiatische Konkurrenz, besonders aus China. Peter Pauli, Vorstandsvorsitzender des schweizerischen Maschinenbauers Meyer Burger, hat in der "FAZ" (Mittwochausgabe) einige Aspekte ins Spiel gebracht, wie sie vielleicht nur mit dem Abstand aus dem Ausland möglich sind. Pauli blickt kritisch auf die eigene Branche.

Es gebe dort eine gewisse Überheblichkeit, wird er zitiert, ohne konkrete Namen zu nennen. Er spricht von einer in der Vergangenheit überbordenden Euphorie vieler Manager, von einem "Diversifizierungswahn", von übertriebenen Akquisitionen in Fällen, wo man den Spruch "Schuster, bleib bei deinen Leisten" hätte beherzigen sollen.

Unter anderem Q-Cells und Solon seien daran gescheitert, so Pauli in der "FAZ". Sie hätten immer noch ein bisschen weiter mitmischen wollen. Q-Cells Ex-Vorstandschef Anton Milner sei ein typisches Beispiel dafür gewesen. Außerdem hätten viele Solarmanager hierzulande die fernöstliche Konkurrenz lange unterschätzt. Vor rund sechs Jahren, als es der deutschen Solarindustrie noch blendend ging, lud der Meyer-Burger-Chef einige Kollegen zu einer Chinareise ein. Sie sollten sich dort über die Wettbewerber informieren. Damals habe man noch gedacht, die werden das nie können, erinnert sich Pauli in der "FAZ". Entsprechend habe sich nur ein einziger Solarfirmenchef unter den Mitreisenden befunden. Heute macht der Geschäftsanteil mit den Chinesen bei Meyer Burger 75 Prozent aus.

Doch die Solarkrise macht auch nicht vor den chinesischen Herstellern halt. So kommt die Krise zu auch zu den Maschinenbauern zurück. Nach einem Umsatz von 1,3 Milliarden Franken 2011 rechnet auch Meyer Burger für dieses Jahr nur noch mit einem Umsatz von 600 bis 800 Millionen Franken und muss 400 der 2500 Stellen im Konzern streichen. (William Vorsatz)

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