Anfragen der Linken zeigen, dass der Photovoltaik-Ausbau auf den öffentlichen Gebäuden in der Hauptstadt langsam in Schwung kommt. Dies ist besonders auf das Engagement der Berliner Stadtwerke zurückzuführen, die gerade im öffentlichen Bereich vielerorts den Weg für die Installation von Photovoltaik-Anlagen ebnen. Eine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten könnte demnächst den Zubau beschleunigen.
Seit dem Start im Oktober sind über 200 Anträge für den Zuschuss gestellt worden. Mit der Beantragung der Förderung im Netz soll es schneller und einfacher werden, die Förderung von bis zu 15.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Speichers zu erhalten.
Bereits seit 1. Oktober können Anträge bei der IBB für das Programm „EnergiespeicherPlus“ gestellt werden. Die Berliner Landesregierung stellt zunächst insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung, die von Unternehmen, Bezirken und Privathaushalten bei Investitionen in Speichersysteme in Kombination mit einer neuen Photovoltaik-Anlage beantragt werden können. Maximal gibt es 15.000 Euro als Zuschuss für die Vorhaben.
Nach den Grünen hat auch die Fraktion der Linken in der Hauptstadt eine Strategie zum Klimaschutz beschlossen. Darin ist auch der Plan enthalten, in Berlin den Bau von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen bei Neubauten und größeren Sanierungen von Bestandsgebäuden künftig vorgeschrieben werden soll – allerdings dürfen die Kosten nicht auf die Mieter umgelegt werden.
Auf einem Landesparteitag hat sich die Linkspartei in Berlin bereits im Mai für den Bau von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen auf den Gebäuden der Hauptstadt ausgesprochen. Anders als die Grünen fordern sie dies auch für größere Bestandsgebäude, allerdings nur wenn Mieter nicht zusätzlich finanziell belastet werden.
Auf ihrer Sommerklausur beschlossen die Grünen ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm. Dazu gehört, dass es keinen Neubau ohne Photovoltaik-Anlage mehr in der Hauptstadt geben soll. Bis 2030 sollen in Berlin Photovoltaik-Anlagen mit einem Gigawatt installiert sein.
In Kombination mit einer neuen Photovoltaik-Anlage will der Stadtstaat Stromspeicher mit 300 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität bezuschussen. Details zum Förderprogramm will der Senat nach der Sommerpause veröffentlichen.
Schlag auf Schlag schließen Berliner Bezirke mit den kommunalen Stadtwerken Photovoltaik-Pakete für Schulen und Verwaltungsgebäude ab. Für die Bezirke sind diese Verträge wirtschaftlich, wie die Akteure betonten, und beenden den solaren Stillstand der vergangenen Jahre.
Die neue Anlaufstelle wird von der Senatswirtschaftsverwaltung finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie betrieben. Sie soll die Berliner in Sachen Photovoltaik beraten. Bei den Schulneubauten könnten nun doch Photovoltaik-Anlagen installiert werden.
Der Arbeitskreis Bauen und Energie der Grünen bereitet einen entsprechenden Antrag vor, den das Berliner Abgeordnetenhaus beschließen soll. Allerdings müssen zunächst noch die Koalitionspartner von SPD und Linken überzeugt werden, dass auf die neuen und sanierten Schulen der Hauptstadt eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage gehört.