Interview: Der Photovoltaik-Großhandel macht gerade schwere Zeiten durch. Viele Akteure haben sich bereits aus dem Markt verabschiedet. Im Juni musste auch der langjährige Großhändler AS Solar Insolvenz anmelden. Gerd Pommerien, Geschäftsführer der AS Future GmbH & Co. KG und ehemaliger Geschäftsführer der AS Solar GmbH, erklärt, wie es so weit kommen konnte und wie es nun weitergeht.
Handelsplattformen: Online-Marktplätze eignen sich gut, um eine unabhängige Übersicht über das Geschehen zu bekommen und Angebote und Preise miteinander zu vergleichen. Doch nicht jeder Marktplatz passt zu jedem Anbieter oder Kaufinteressenten. Unterschiede bestehen zum Beispiel in den gehandelten Produkten, den Zugangsberechtigungen und den angebotenen Services.
Ranking: Die globale Wechselrichter-Landschaft hat sich verändert. Zwar steht mit SMA weiterhin ein bekannter Name an der Spitze der Produzenten, allerdings mit einem drastisch geschrumpften Marktanteil. Wie turbulent die vergangenen Monate für die führenden Hersteller waren, zeigt das Ranking.
Argumente, Teil 3: Die Wirtschaftlichkeit ist nach Aussage vieler Installateure nach wie vor das wichtigste Argument für die Entscheidung, eine Dachanlage zu kaufen. Die Berechnungen sind durch den Eigenverbrauch zwar weniger verlässlich geworden. Trotzdem lässt sich zeigen: Photovoltaik lohnt sich immer noch.
Argumente, Teil 2: Den meisten Photovoltaikkunden ist es wichtig, dass ihre Investition nachhaltig ist. Das wissen auch die Installateure. Module reduzieren den CO2-Ausstoß und spielen in zwei Jahren die Energie, die zu ihrer Produktion nötig ist, wieder ein. Das reicht in der öffentlichen Diskussion als Argument aber nicht aus.
Steuertipps: Die Finanzämter gingen in den letzten Jahren generell davon aus, dass die Solarstromerzeugung auf dem eigenen Dach ein gewerbliches Unterfangen ist. In Zukunft kommt es wieder mehr auf die Umstände des Einzelfalles an. Zu unterscheiden ist dabei die umsatzsteuerliche und die ertragssteuerliche Behandlung der Anlage.
Argumente, Teil 1: In der Öffentlichkeit bläst denen, die für Photovoltaikanlagen werben oder sie verkaufen, inzwischen oft ein kalter Wind ins Gesicht. Abseits von Marketing und PR ist es wichtig, ehrliche Antworten geben zu können. Sie zeigen, dass sich der Bau von Photovoltaikanlagen in Deutschland aus vielerlei Gründen weiterhin lohnt und sinnvoll ist.
Prognose 2030: Winfried Hoffmann, in der Photovoltaikwelt als Pionier bekannt, hat eine Lernkurve für Batteriespeicher erstellt. Die Kosten dürften schneller fallen, als viele Experten glauben.
Gründerszene I: Das Start-up Venios will Netze intelligenter machen, sie dafür weniger ausbauen und damit erheblich Kosten sparen. Den Solarstromertrag simulieren die mittlerweile 18 Mitarbeiter dabei gleich mit.
Gründerszene II: Firstfuel kann mit seiner Datenanalyse Versorgern helfen, Photovoltaikanlagen an Gewerbebetriebe zu verkaufen, auch wenn sie eigentlich der Steigerung der Energieeffizienz dienen soll. Es ist eines der vielen Start-ups im Energiemarkt der USA, die erst einige Jahre alt sind. Eon ist einer der großen Investoren.