Angebot an die europäische Politik: Klimaziele einhalten und Stromkosten senken

Solarpower Summit 2026, Brüssel, Flexibility Panel

Teilen

Der europäische Photovoltaik-Verband Solarpower Europe setzt dem „Weiter so“ ein „Solar+“-Szenario entgegen, um die EU-Klimaziele für 2030 einzuhalten. Diese seien nämlich in Gefahr, so Per Magnus Nysveen, Co-Founder von Rystad, und Michael Schmela, Leiter Marktforschung bei Solarpower Europe, auf dem „Solarpower Summit“ in Brüssel. Sie gehen davon aus, dass unter jetzigen Bedingungen bis 2030 574 Gigawatt installiert würden. Für das „Solar+“-Szenario optimierte Rystad die Investitionen und den Betrieb der Photovoltaik- und Windkraft-Erzeugung, von Speichern und die Übertragung. In diesem Szenario steigt die installierte Photovoltaik-Leistung au 668 Gigawatt. Statt 116 Gigawatt Leistung aus 2,3-Stunden-Speicher sieht es 170 Gigawatt an 3,5-Stunden-Speicher vor.

Die Mechanismen des stärkeren Speicherausbaus sind unumstritten: Eine höhere Batteriespeicherkapazität erlaubt es, dass mehr günstigen Solar- und Windstrom zu Zeiten nutzbar wird, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Dadurch steigt der Anteil der Erneuerbaren-Erzeugung im Jahr 2030 auf 68 Prozent, statt auf nur 64 Prozent im „Weiter so“-Szenario, so die Studienautoren. Gleichzeitig reduziert der Zubau die Zeiten, zu denen Gaskraftwerke an der Strombörse den Preis setzen von 82 Prozent auf 76 Prozent.

Da der Strom aus Gaskraftwerken besonders teuer ist, senkt das den durchschnittlichen Strompreis. Wird er in Deutschland durch den Zubau auch im „Weiter so“-Szenario um 17 Prozent unter den heutigen Werten liegen, ist er im „Solar+“-Szenario sogar ein Viertel günstiger. Das drückt sich auch dadurch aus, dass die Gas-Importkosten 2030 um neun Milliarden Euro gesenkt werden.

Der intensivere Speicherausbau erhöht außerdem den Wert des Solarstroms, da dieser mehr Abnehmer findet. Das erlaubt einen höheren Photovoltaik-Zubau mit weniger Förderung als im Fall mit weniger Batteriespeichern. Ob dieser Effekt ausreicht, die im „Solar+“-Szenario vorgesehene höhere Photovoltaik-Leistung zu finanzieren, diskutiert die Studie nicht.

Wenn das der Fall sein sollte und sich die Batteriespeicher durch den Energiehandel ohne Förderung selbst finanzieren, was derzeit der Fall ist, hat das „Solar+“-Szenario genau die Effekte, die die Politik derzeit zu erreichen sucht: billigere Strompreise bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaziele ohne höhere Ausgaben.

Damit das Szenario umgesetzt werden kann, schlägt Solarpower Europe eine Reihe von Maßnahmen vor. Dazu gehört ein Flexibility-First-Ansatz bei der Planung der Netze, des Markdesigns und der Regulierung. Es seien Maßnahmen nötig, die die Investitionen in Speicher erhöhen. Außerdem solle die EU einen Elektrifizierungsplan koordinieren.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

LADE one, AC-Ladesystem, Tiefgarage
Skalierbares AC-System für bidirektionales Laden im großen Stil
06 Mai 2026 Das Unternehmen Lade hat das neue System „LADE one“ vorgestellt, mit dem ein- und dreiphasig bis zu 22 Kilowatt geladen werden kann. Zudem ist es hard...