Beim Amtsgericht Leipzig wurde am 7. April ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Priwatt GmbH eröffnet. Die Richter bestellten Reinhard Klose von der Kanzlei Flöther und Wissing zum vorläufigen Insolvenzverwalter, wie aus der öffentlichen Bekanntmachung hervorgeht. In dieser heißt es auch, dass er zur Sicherung der künftigen Insolvenzmasse sowie der Gläubigerinteressen eingesetzt sei. Verfügungen über Vermögensgegenstände dürften nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters erfolgen.
Ein konkreter Grund für den Insolvenzantrag ist in der Bekanntmachung nicht vermerkt. Das Leipziger Unternehmen bot Stecker-Solar-Geräte an und hat in den vergangenen Jahren sein Portfolio um weitere Komponenten ergänzt.
In der Insolvenzbekanntmachung heißt es, dass Klose berechtigt sei, „das vollstreckungsbefangene Vermögen in Besitz zu nehmen, insbesondere Forderungen – auch Bankguthaben – auf ein von ihm für die Insolvenzmasse einzurichtendes Sonderkonto einzuziehen“. Zudem sei er berechtigt, in den Geschäftsräumen Nachforschungen anzustellen und Auskünfte aus behördlichen Registern und von Dritten, darunter Banken und Notaren, einzuholen. „Die Schuldnerin hat dem vorläufigen Insolvenzverwalter Einsicht in Bücher und Geschäftspapiere zu gestatten und alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen“, heißt es weiter.
Der vorläufige Insolvenzverwalter erklärte pv magazine auf Nachfrage, dass der Insolvenzantrag gegen Priwatt von einer Krankenkasse gestellt wurde. „Ein Insolvenzantrag des Managements der Priwatt GmbH wurde bislang nicht gestellt“, sagte Klose. „Die Verkaufsplattform unter www.priwatt.de wird nach Auskunft des Geschäftsführers ab 01.04.2026 von der nicht insolventen Priwatt Energiesysteme GmbH genutzt. Lieferungen zu Bestellungen, Reklamationen oder Kaufpreiserstattungen an die Kunden der Priwatt GmbH können aufgrund des eingeleiteten Insolvenzantragsverfahrens nicht mehr bedient werden“, so Klose weiter.
Betroffene Kunden und sonstige Gläubiger erhielten im Fall der nachfolgenden Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein Informationsschreiben, um ihre Forderungen anzumelden. Sie könnten dies aber bereits auch jetzt direkt bei dem vorläufigen Insolvenzverwalter machen. Dazu sollten Kunden, sonstige Gläubiger und Beteiligte ihre Kontaktdaten und Forderungen per Mail informatorisch an klose@floether-wissing.de übermitteln.
„Bislang haben sich keine konkreten Ansätze für eine Fortführungs- oder Überleitungslösung für die verbliebenen Beschäftigten und die Kunden mit offenen Ansprüchen aus Bestellungen abgezeichnet“, erklärte Klose weiter. Er stehe jedoch im engen Austausch mit dem Geschäftsführer und werde auch im Falle potenzieller Interessenten über eine Übernahme von Priwatt durch einen Investor verhandeln.
Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel um die Aussagen des vorläufigen Insolvenzverwalters Reinhard Klose am 4.5.2026 ergänzt.
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Nicht die erste und nicht die letzte Insolvenz der Branche. Viele weitere werden folgen. Die Bereinigung und Konsolidierung ist überfällig und in vollem Gange.
Das ist aber schon seit über 2 Jahren so – jede Woche lese ich über Insolvenzen auf PV Magazine. Ist das Konsolidierung oder kompletter Wegbruch?
Ich versuche seit 10.12.2025 mein Geld zubekommen wegen Widerspruch.
Die Richter eröffneten das Verfahren am 7. April.
Warum steht noch nichts zum heutigen Tage unter. http://www.Insolvenzverfahren.de????
Die korrekte Domain heißt https://neu.insolvenzbekanntmachungen.de/ap/suche.jsf
Bei der Suche sind ein paar Hinweise zu beachten (z.B. Suche nach „Priwatt*“)
Hallo Rolle,
da ich auch Geschädigter bin und falls noch nicht geschehen:
Ich habe meine Daten (Vor-, Name, Adresse, Telefon) beim Insolvenzverwalter per E-Mail (s. o.) ins Gläubigerverzeichnis eintragen lassen. Sehr hilfsbereite Rechtsanwaltschaft, auch wenn die Erfolgsaussichten vermutlich äußerst gering sind.
Uns viel Erfolg.
Das Ganze riecht nach „geplanten Einnahmen“ bei Vorauskasse zur anderweitigen Finanzierung. Durch Gutscheincode „STROMTARIF“ (100€) und 2% Skonto bei Vorauskasse wurden am 22.03.2026 (Bestellung) noch Lockangebote erstellt. Es wurden lediglich „Verzögerungen durch Lagerumzug“ und keine genauen Liefertermine veröffentlicht. Die Erweiterungsspeicher waren mal on-, mal wieder offline auf der Shop-Webseite. Dass dann aber meine Reklamation auch noch am 31.03.2026 immer noch nur mit „derzeit nicht verfügbar“, ist eine geplante Hinhaltung. Denn das Insolvenzeröffnungsverfahren wurde bereits per 07.04.2026 am AG Leipzig eröffnet.
Wenn eine Krankenkasse(!) dieses Verfahren eröffnet, dann war bei PRIWATT zu diesem Zeitpunkt längst bekannt, dass Zahlungsprobleme vorhanden sind. Alles andere ist Gebrüder Grimm!
Mich trifft es leider mit mittlerer Rente härter.
Vor allem: Es ist keine kompatible Erweiterung für das PRIWATT FOXESS AVOCADO ORBIT M-Modul auf dem Markt, auch wenn FOX ESS-Hardware dahintersteckt.