500 Megawatt Photovoltaik-Zubau im ersten Quartal in Österreich

E-Control, Photovoltaik-Zubau

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In Österreich sind im ersten Quartal 497 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. Das Land liege damit noch Kurs die 2000 Megawatt jährlichen Photovoltaik-Zubau zu erreichen, die im aktualisierten Netzinfrastrukturplan vorgesehen sind, hieß es vom Bundesverband Photovoltaic (PV) Austria am Dienstag. Die Zahlen stammen aus einem Bericht von E-Control, der sich auf Angaben der großen Verteilnetzbetreiber stützt.

In dem Bericht zeigt sich auch, dass die Zahl der Anträge für Photovoltaik-Anlagen bis ein Megawatt Leistung gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich zurückgegangen sind, allerdings bei Systemen bis 250 Kilowatt zumindest höher liegen als im Vorquartal. Dafür hat sich die Anzahl an zugesagten Anträgen zu Inbetriebnahmen gegenüber dem Vorjahr stärker angeglichen. Meist erfolgen Inbetriebnahmen ein bis zwei Quartale nach dem Antrag, wie es in dem Bericht heißt. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Anträgen zum Netzanschluss unterscheidet sich je nach Anlagenklasse stark. Bei Photovoltaik-Anlagen bis 20 Kilowatt sind es durchschnittlich 6,9 Tage zwischen Einreichung des vollständigen Antrags auf Netzzugang beim Netzbetreiber und der Bestätigung des Antrags. Bei Anlagen zwischen 20 und 2050 Kilowatt liegt die Zeitspanne bei 19,8 Tagen und bei Anlagen zwischen 250 und 1000 Kilowatt bei 32,5 Tagen. Allerdings sind die Spannen von Netzbetreiber zu Netzbetreiber sehr verschieden. E-Control zufolge dauerten die schnellsten Antworten ein Tag, die längsten 124 Tage.

Die Zubauzahlen zeigen, dass vor allem die privaten Haushalte den Photovoltaik-Zubau aktuell tragen. Dies wird vor allem durch die Mehrwertsteuer-Befreiung für die kleinen Photovoltaik-Anlagen getrieben. Bei Industrie und Gewerbe sei dagegen Zurückhaltung zu verzeichnen, was auch in dem wirtschaftlich angespannten Umfeld begründet liegt. So befinde sich das Land im vierten Quartal in Folge in einer Rezession. Dazu kommen hohe Lohnkosten und Kreditzinsen sowie die zweithöchste Inflation in der EU.

„Aktuell sehen wir eine Normalisierung bei der Nachfrage nach PV-Anlagen. Tatsache ist: Die Rezession und die wirtschaftlichen Unsicherheiten bremsen derzeit vor allem Gewerbe-PV-Anlagen und da muss die Regierung gegensteuern“, sagte Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria. Der Verband warb zudem in die Investition in Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen. Sie brächten große Ersparnisse, da keine Netzgebühren, Steuern und Abgaben anfallen. Zudem seien die Förderangebote attraktiv und die Preise für Stromspeicher sinken rapide, so PV Austria.

PV Austria fordert von der Regierung für eine „Fortsetzung der PV-Erfolgsstory in Österreich“ die Umsetzung von sechs konkreten Maßnahmen. So müsse für Unternehmen entweder Abschreibungsdauer für neue Photovoltaik-Anlagen verkürzt werden sowie attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen geschaffen werden. Der Beschluss des E-Wirtschaftsgesetzes (EIWG) würde neue Möglichkeiten für netzdienliche und gewinnbringende Aktivitäten am Strommarkt schaffen. Es sei eine Beschleunigung des Netzausbaus notwendig. Mit der Ausarbeitung des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) müsse die Genehmigungsfreistellung für Gebäude-Photovoltaik-Anlagen sowie einheitliche und vereinfachte Verfahren für Freiflächenanlagen in den Bundesländern verbunden sein. Es braucht eine Speicheroffensive im kleinen und großen Maßstab, um Stromerzeugung und -verbrauch in Einklang zu bringen. Zudem sollten durch flexiblere Tarife auch Anreize für die Verkehrs- und Wärmewende gesetzt werden. „Trotz der günstigen Rahmenbedingungen, wie die sinkenden Preise für PV-Anlagen und Stromspeicher, muss die Bundesregierung die geforderten Impulse ergreifen, um die Nachfrage stabil zu halten und die Energiewende erfolgreich voranzutreiben“, sagte Immitzer.

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