Node Energy moniert aufwändige Genehmigungsverfahren für „PV-Only-Modelle“ bei gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen

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Der Markt für gewerbliche Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland hat nicht im gleichen Maße zugelegt wie andere Bereiche. Sogar das Gegenteil ist der Fall: So ist die neu installierte Leistung in diesem Photovoltaik-Segment um 31 Prozent eingebrochen, wie Node Energy unter Berufung auf die vom Bundesverband Solarwirtschaft veröffentlichten Marktzahlen berichtet. Dabei gab es im vergangenen Jahr im Zuge der EEG-Novelle bereits Nachbesserungen bei der Einspeisevergütung und Erleichterungen für die gewerblichen Dachanlagen. Die bürokratischen Hürden bei der Genehmigung und Umsetzung von „PV-Only-Modellen“ seien jedoch noch da und der Grund für die Stagnation.

Node Energy hat daher mit Unterstützern konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet, die ihren Niederschlag in der Photovoltaik-Strategie des Bundeswirtschaftsministeriums finden sollten.  So müsse die aufwändige Abstimmung zu „PV-Only-Modellen“ mit den Anschlussnetzbetreibern vereinfacht werden. Dies betrifft Modelle, in den der Vermieter den auf dem Dach erzeugten Solarstrom an die Mieter der Immobilie verkauft. „Viele Gewerbemieter wie Einzelhandelsketten oder Logistikunternehmen nutzen standortübergreifende Rahmenverträge mit einem Energielieferanten und wollen deshalb statt einer Vollversorgung durch den Vermieter ausschließlich den günstigen Photovoltaik-Strom beziehen“, argumentiert Node Energy. Der Vermieter wiederum erhalte zusätzliche Erlöse durch die Photovoltaik-Anlage, müsse sich aber nicht um die Vollversorgung kümmern, wenn die Mieter ihren Reststrom über separate Verträge beziehen.

In der Praxis funktioniere das Modell jedoch nicht, sondern scheitere oft an der aufwändigen Abstimmung mit den zuständigen Netzbetreibern, die das zugrundeliegende Messkonzept genehmigen müssten. „Messkonzepte werden blockiert oder abgelehnt, ohne technische, rechtliche oder sonstige sachliche Gründe, sondern lediglich aus mangelnder Praxiserfahrung der örtlichen Netzbetreiber“, berichtet Matthias Karger, CEO von Node Energy. Das Software-Unternehmen unterstützt Gewerbeimmobilienbesitzer bei Umsetzung und Betrieb von „PV-Only-Modellen“. Im Endeffekt führe die aktuelle Situation dazu, dass sich Projekte um bis zu 18 Monate verzögerten, nur in reduziertem Umfang umgesetzt oder ganz eingestellt würden. Nach Kargers Erfahrung scheitet aktuell jedes zweite Photovoltaik-Projekt im Gewerbe.

Die Einschätzung von Node Energy teilen auch andere Messstellenbetreiber sowie Kunden von Node Energy wie Habona Invest. Dessen Head of Business Development Matthias Weißbäcker erklärt: „Die Planungssicherheit und letztlich die grundsätzliche Umsetzung von Photovoltaik-Projekten wird durch die uneinheitliche Genehmigungspraxis der etwa 800 Netzbetreiber in Deutschland stark gefährdet.“ Er verweist zudem auf die erheblichen Mehrkosten, die durch die Einbindung technischer und rechtlicher Berater für die Umsetzung solcher Modelle entstehen.

Deshalb appelliert Node Energy in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den Unterstützern an das Bundeswirtschaftsministerium, die Hemmnisse bei den „PV-Only-Modellen“ schnellstmöglich abzubauen. Diese könnten durch eine Klarstellung des Ministeriums in einem PV-Leitfaden, durch ein Hinweispapier der Bundesnetzagentur und zuständigen Landeseichämter sowie durch eine gesetzliche Klarstellung zur rechtlichen Zulässigkeit reduziert werden.

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