Zwischenfall mit Solarwatt-Speicher: Technischer Defekt wahrscheinlich

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Aktuell häufen sich schlechte Nachrichten für die Betreiber von Photovoltaik-Heimspeichern wieder. Nach dem nun bekannt gewordenen Zwischenfall bei Senec sind anscheinend auch Speicher von Solarwatt betroffen. Dies räumte das Dresdner Unternehmen auf Nachfrage von pv magazine ein. Bislang ist uns nichts von weiteren Fällen bei allen verkauften und installierten „Battery flex“-Speichern bekannt, so ein Sprecher. „Es handelt sich nach unserem Kenntnisstand bei diesem Vorfall um einen Einzelfall.“

So ist es nach einem Bericht der Feuerwehr Kehl am 4. März in ein Einfamilienhaus in Bodersweier zu einem Zwischenfall gekommen. Der zu einer Photovoltaik-Anlage gehörende Batteriespeicher habe sich erhitzt, so dass es zu kleinen Explosionen innerhalb des Geräts gekommen sei. Diese Darstellung wies Solarwatt jedoch zurück, es habe weder einen Brand noch eine Explosion gegeben. „Nach erster Einschätzung hat das technische Sicherheitskonzept des Speichers vollumfänglich gegriffen. Das Ereignis blieb dadurch begrenzt auf ein einzelnes Batteriemodul und griff nicht auf die benachbarten Batteriemodule über“, so ein Sprecher von Solarwatt.
Die Feuerwehr ging nach einer ersten Einschätzung von einem technischen Defekt aus. Nach dem Ereignis habe Solarwatt eine Taskforce gegründet und umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die technischen Ursachen des Vorfalls aufzuklären.

Nach Angaben der Feuerwehr war die Rauchentwicklung im Keller beträchtlich. Die drei Teile des Photovoltaik-Heimspeichers mussten ausgebaut und ins Freie gebracht werden. Dabei seien auch teilweise Plättchen abgesprengt worden, berichten Feuerwehrleute. Da der Batteriespeiche noch Wärme abstrahlte, sei er im Außenbereich gekühlt und in einem Wasserbad gesichert worden. Den Sachschaden schätzt die Feuerwehr auf mehrere Zehntausend Euro.

Nach eigenen Aussagen hat das Thema Sicherheit für Solarwatt seit der Einführung seiner Photovoltaik-Heimspeicher immer höchste Priorität gehabt. „Unsere Speicher sind mit einem mehrstufigen Sicherheitskonzept gemäß DIN EN62619 ausgestattet, das regelmäßig von externen Prüfinstitutionen bestätigt wird: Von der Zellüberwachung über Batteriemanagementsystem bis hin zur Umhausung“, erklärte der Solarwatt-Sprecher. „Im äußerst seltenen Fall einer Propagation einer Batteriezelle, kommt es zum gezielten Rauchaustritt – ein Brand oder gar eine Explosion kann bei unseren Produkten nahezu ausgeschlossen werden. Durch dieses Sicherheitskonzept können auch eventuelle Sachschäden geringgehalten werden.“

Immerhin eine gute Nachricht für die Familie. Sie konnte in ihre Wohnung zurückkehren, nachdem die Feuerwehr sie durchlüftet hatte.

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