BNEF: Weltweit wurden 2021 insgesamt 755 Milliarden US-Dollar in die globale Energiewende investiert

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Die weltweiten Investitionen in die Energiewende beliefen sich 2021 auf 755 Milliarden US-Doller, umgerechnet 675 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Das geht aus dem neuen Bericht Energy Transition Investment Trends 2022 der Analysten von BloombergNEF (BNEF) hervor. Als wichtigsten Treiber haben sie die ambitioniertere Klimapolitik in vielen Staaten ausgemacht.

BNEF verzeichnet in fast allen Bereichen, die sie zur Energiewende zählen – darunter erneuerbare Energien, Energiespeicherung, elektrifizierter Verkehr, elektrifizierte Wärme und Wasserstoff, aber auch Atomenergie – einen Zuwachs. Nur bei der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) verbuchen sie einen Rückgang der Investitionen, obwohl im Laufe des Jahres viele neue Projekte angekündigt wurden.

Die jährlich von BNEF erstellte Studie zeigt, wie viel Geld Unternehmen, Finanzinstitute, Regierungen und Endverbraucher in die Energiewende investieren. Die Erneuerbaren sind nach wie vor der größte Investitionssektor. Mit 366 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 327 Milliarden Euro, erreichte er 2021 einen neuen Rekordwert erreicht hat, ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der zweitgrößte Sektor mit Investitionen in Höhe von 273 Milliarden US-Dollar (244 Milliarden Euro) ist der elektrifizierte Verkehr. Hierzu zählt BNEF sowohl Ausgaben für Elektrofahrzeuge als auch für die dazugehörige Infrastruktur. Angesichts der steigenden Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen wuchs dieser Sektor im Jahr 2021 mit einer Rate von 77 Prozent. Er könnte 2022 die Erneuerbaren überholen. Wasserstoff, CCS und alle anderen Bereiche kamen im vergangenen Jahr auf ein Investitionsvolumen von 24 Milliarden US-Dollar (21 Milliarden Euro).

Stärkstes Plus im asiatisch-pazifischen Raum

Mit 368 Milliarden US-Dollar (329 Milliarden Euro) entfiel fast die Hälfte der Investitionen auf den asiatisch-pazifischen Raum. Auch beim Zuwachs ist diese Region Spitzenreiter – ein Plus von 38 Prozent verzeichnen die Analysten hier. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) stieg das Volumen um 16 Prozent auf 236 Milliarden US-Dollar (211 Milliarden Euro), in Nord- und Lateinamerika um 21 Prozent auf 150 Milliarden US-Dollar (134 Milliarden Euro).

China war mit 266 Milliarden US-Dollar (238 Milliarden Euro) 2021 erneut das größte Einzelland für Investitionen in die Energiewende. Die Vereinigten Staaten lagen mit 114 Milliarden US-Dollar (102 Milliarden Euro) an zweiter Stelle. Die EU-Mitgliedstaaten investierten zusammengerechnet 154 Milliarden US-Dollar (138 Milliarden Euro). Deutschland, Großbritannien und Frankreich vervollständigen die Top-Fünf-Länder für Investitionen in die Energiewende im Jahr 2021. Die Länder des asiatisch-pazifischen Raums belegen nun vier der ersten zehn Plätze bei den Investitionen in die Energiewende – China, Japan, Indien und Südkorea.

Investitionsvolumen reicht für Klimaziele längst nicht aus

So stark der Zuwachs bei den Investitionen im vergangenen Jahr auch war – er reicht längst nicht aus, um die globalen Klimaziele zu erreichen. Im New Energy Outlook (NEO) hat BNEF 2021 drei alternative Szenarien für das Erreichen des globalen Nullpunkts bis 2050 bei einer globalen Erwärmung von 1,75 Grad skizziert. Daraus lässt sich ableiten, dass sich die Investitionen in den kommenden vier Jahren gegenüber 2021 verdreifachen müssen, um eines der drei Szenarien zu erreichen. Danach müssen sie sich nochmals verdoppeln, auf durchschnittlich 4,2 Billionen Dollar (3,8 Billionen Dollar) zwischen 2026 und 2030. Bei den derzeitigen Wachstumsraten hat der elektrifizierte Verkehrssektor nach Einschätzung der Analysten die besten Chancen, dieses Investitionsniveau zu erreichen; in anderen Sektoren ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass dies gelingt.

„Die Energiewende ist in vollem Gange und schreitet schneller voran als je zuvor“, sagt  Matthias Kimmel, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft bei BNEF. „Aber die Regierungen müssen in den nächsten Jahren viel mehr Finanzmittel mobilisieren, wenn wir auf dem Weg zum Netto-Null-Effekt bis 2050 vorankommen wollen.“

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