Internationale Energieexperten sehen deutsche Energiewende zunehmend positiv

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Was denken internationale Energieexperten über die Transformation des deutschen Energiesystems? Das fragt die deutsche Sektion des World Energy Council, der Weltenergierat Deutschland, seit vielen Jahren Fachleute aus aller Welt. Der jüngsten Umfrage zufolge hat die Energiewende im Laufe der Jahre an Anerkennung gewonnen: Sahen 2011 nur 11 Prozent der Befragten den Prozess als globales Vorbild an, so sind es zehn Jahre später 28 Prozent. Gut die Hälfte betrachtet die „German Energiewende“ in Teilen als beispielhaft. An der Umfrage haben Experten ungenannter Zahl aus 52 Ländern teilgenommen.

Allerdings sind die Experten mehrheitlich überzeugt, dass die deutsche Politik mehr für den Klimaschutz tun muss: 61 Prozent der Befragten erwarten, dass die Bundesrepublik ihr Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent zu reduzieren, verfehlen wird. Am Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 zweifeln gar 66 Prozent. Immerhin: 95 Prozent der Teilnehmer gehen davon aus, dass der Erneuerbaren-Anteil am Endenergieverbrauch in Deutschland 2030 wie angestrebt bei 30 Prozent liegen wird.

Nicht allzu optimistisch zeigen sich viele der Befragten mit Blick auf die ökonomischen Folgen der Energiewende. Nur 40 Prozent erwarten, dass sich die Transformation positiv auf die wirtschaftliche Prosperität der Bundesrepublik auswirkt, knapp ein Viertel rechnet mit negativen Folgen. Gut ein Drittel der Experten geht davon aus, dass die Energiewende die Versorgungssicherheit beeinträchtigen wird, genauso viele Teilnehmer sehen dagegen eine Stärkung. 45 Prozent sind der Meinung, der Umbau des Energiesystems schaffe Arbeitsplätze, knapp zehn Prozent gehen von Jobverlusten aus. Nahezu alle der Befragten glauben, dass der Prozess die Innovationskraft Deutschland fördert.

Zumindest die EU-Staaten schauen genau hin, was da in Deutschland passiert: Drei Viertel der Experten sagen, dass Politik und Wirtschaft in ihren Ländern den Fortschritt der Energiewende sorgfältig beobachten; 14 Prozent sagen gar, dass sie eine nationale Energie-Debatte ausgelöst habe. Weltweit sieht das Bild allerdings ganz anders aus: 44 Prozent der Fachleute außerhalb der EU sagen, dass die Energiewende in ihrer Heimat de facto nicht wahrgenommen wird.

Der Weltenergierat Deutschland wird von zahlreichen Akteuren der Energiebranche getragen. Zu den Mitgliedern zählen Versorger wie Eon, RWE und EnBW, Anlagenbauer wie Siemens Energy oder Enercon, Verbände wie der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft BDEW oder der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) bis hin zu Institutionen wie der Deutschen Energie-Agentur dena oder der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

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