Photovoltaik-Zubau auch im Juli über 400 Megawatt

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Der Photovoltaik-Zubau im Juli lag mit 434,956 Megawatt leicht über dem Vormonat. Insgesamt war die Entwicklung sehr vergleichbar mit den von der Bundesnetzagentur im Juni vermeldeten Zahlen. So entfielen von Photovoltaik-Brutto-Zubau 308,787 Megawatt auf Dachanlagen außerhalb der EEG-Ausschreibungen und 10,2 Megawatt auf Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt, für die ebenfalls kein Zuschlag benötigt wird. Photovoltaik-Anlagen für Mieterstrom summierten sich im Juli auf knapp 1,9 Megawatt. Insgesamt 47 Photovoltaik-Anlagen mit gut 126 Megawatt Leistung sind im Marktstammdatenregister verzeichnet, für die ein Zuschlag aus Ausschreibungen genutzt wurde.

Im letzten Monat waren größere nachträgliche Korrekturen der Bundesnetzagentur bei den vormonatlichen Brutto-Zubauzahlen aufgefallen. Diese waren diesmal nicht zu verzeichnen. Es gab nur marginale Anpassungen der gemeldeten Zahlen von Januar bis Juni. Insgesamt betrug der Brutto-Zubau der Photovoltaik-Anlagen in den ersten sieben Monaten des Jahres nach Angaben der Behörde bei 3187,5 Megawatt.

So entwickelte sich der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland von Januar bis Juli 2021.

Grafik: Bruno Burger/Energy Charts

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) verweist derweil auf den Markteinbruch bei gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen. Rund 40 Prozent weniger seien im Sommer auf Firmendächern im Vergleich zum Vorjahr installiert worden. Diese Zahlen beziehen sich auf Dachanlagen zwischen 30 und 750 Kilowatt Leistung. Demnach summierte sich die Leistung dieser Anlagen zwischen Mai und Juli 2020 auf 477 Megawatt. Im Vergleichzeitraum dieses Jahres waren es dagegen nur noch 287 Megawatt.

Als Ursache für den Rückgang sieht der Verband vor allem das „veraltete und viel zu niedrige gesetzliche Photovoltaik-Ausbauziel“ im EEG an. „Zu schnell sinkende Marktprämien und eine wachsende Bürokratie schrecken Unternehmer zunehmend davon ab, Sonnenstrom von den Dächern ihrer Fabrik- und Lagerhallen zu ernten. Förderdeckel und Investitionsbarrieren müssen nach der Bundestagswahl schnell fallen“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Daneben hemme auch die seit April geltende Ausschreibungspflicht für Dachanlagen ab 300 Kilowatt den Zubau in diesem Segment. Betreiber erhalten nach dem EEG 2021 nur noch 50 Prozent des Solarstroms vergütet, wenn sie keinen Zuschlag aus einer Ausschreibung haben. Sie müssen somit Eigenverbrauchsquoten von 50 Prozent erreichen, um die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. Der bürokratische Aufwand schreckt nach Ansicht des BSW-Solar aber viele Unternehmen von der Investition in eine Photovoltaik-Anlage ab.

Die Bemessungsgrundlage für die Marktprämie müsse angepasst werden, andernfalls werde die Energiewende weiter ausgebremst, so der Bundesverband weiter. Angesichts des bevorstehenden Atom- und Kohleausstiegs brauche Deutschland eine Verdrei- bis Vervierfachung des Photovoltaik-Zubaus.

Die Degression der Solarförderung liegt aktuell bei 1,4 Prozent. Damit sinkt die feste Einspeisevergütung, die für Photovoltaik-Anlagen bis 100 Kilowatt Leistung an und auf Gebäuden sowie Lärmschutzwänden gezahlt wird, im September auf 7,25 bis 5,51 Cent pro Kilowattstunde. Für Solarstrom aus sonstigen Anlagen bis 100 Kilowatt wird eine Vergütung von 4,97 Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Die Förderung in der Direktvermarktung, die für alle Photovoltaik-Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung verpflichtend ist, liegen jeweils um 0,4 Cent pro Kilowattstunde höher.

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