Wien veröffentlicht Leitfaden für kombinierte Gebäudenutzung von Photovoltaik und Begrünung

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Zu Jahresbeginn startete die Stadt Wien eine „Photovoltaik-Offensive“. Erklärtes Ziel ist es, bis 2030 eine installierte Photovoltaik-Leistung von 800 Megawatt in der österreichischen Hauptstadt zu erreichen. Ende 2020 lag die kumulierte Leistung der Photovoltaik-Anlagen bei 50 Megawatt. Da gerade in Städten der Platz für die Installation von Photovoltaik-Anlagen begrenzt ist, sind innovative Lösungen gefragt, um das Ziel zu erreichen. Für seine „Photovoltaik-Offensive“, mit der die installierte Leistung bis 2025 bereits verfünffacht werden soll, setzt die Stadt vor allem auf Dächer, Fassaden und überdachte Freibereiche.

Die für die Umsetzung zuständige Wiener Energieplanung und die Baudirektion hat nun einen Leitfaden herausgegeben, der aufzeigt, wie der Ausbau der Photovoltaik dabei „städtetauglich“ erfolgen kann. Im Mittelpunkt stehen innovative Lösungen für die Nutzung von Sonnenenergie an und auf Gebäuden in Kombination mit Begrünung. Es werden Wege präsentiert, wie die Synergien von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen und Gebäudebegrünung bestmöglich genutzt werden kann.

Diese kombinierten Lösungen werden seit dem 1. Juni auch von der Stadt Wien gefördert. „Um Innovationen voranzutreiben, haben wir heuer bereits eine neue Förderung für Photovoltaik auf Gründächern gestartet. Zudem haben wir die Förderungen für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen verdreifacht“, erklärte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Während die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit 250 Euro pro Kilowatt bezuschusst wird, sind es bei mit Gründächern kombinierten Lösungen 400 Euro pro Kilowatt. Auch für Speicher gibt es eine Förderung.

In dem Leitfaden sind nicht nur die Förderungen zu finden, sondern planerischen Leitlinien für Photovoltaik- sowie Solarthermie-Analgen und Best-Practice-Beispiele. Es werde im Detail beschrieben, wie die Technologien zur Solarproduktion gebäudeintegriert und in Kombination mit Bauwerksbegrünung eingesetzt werden können und welche Synergien sich draus ergeben. Nach Auffassung der Stadt Wien ergänzen sich Photovoltaik-Anlagen und Gebäudebegrünung hervorragend. Eine Photovoltaik-Anlage wirke sich positiv auf die Begrünung aus und umgekehrt. Der Schatten der Solarmodule schaffe zudem Abwechslung im Lebensraum und die Verdunstungskälte der Begrünung erhöhe den Wirkungsgrad der Photovoltaik-Anlage. Wenn ein paar Regeln beachtet würden, könnten sowohl Stromproduktion als auch die ökologischen Lebensräume optimal funktionieren und beide Systeme ihre Synergien entfalten.

„Die Solartechnologie entwickelt sich immer weiter“, sagte Bernd Vogl, Abteilungsleiter der Energieplanung der Stadt Wien. „Bei der Photovoltaik gibt es schon längst neben den Standard-Zellen mittlerweile auch farbige Zellen, die beispielsweise gestalterisch in die Fassade integriert werden können und nicht mehr als Photovoltaik-Anlage zu erkennen sind. Dadurch ist die Solartechnologie in der Stadt sehr vielseitig einsetzbar.“

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