Überschuss auf dem EEG-Konto sinkt auf weniger als 2 Milliarden Euro

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Im März sank der Überschuss auf dem EEG-Konto um mehr als 500 Millionen Euro ab. Ende des Monats betrug er somit noch knapp 1,9 Milliarden Euro. Zum Vorjahreszeitpunkt betrug das Plus noch satte 6,0 Milliarden Euro – der bisherige Höchstand auf dem EEG-Konto. Dieser starke Rückgang ist zum einen begründet in dem bereits zuvor deutlich geschmolzenen Guthaben. Hauptsächlich liegt er jedoch in den geringeren Einnahmen durch die niedrigeren Börsenstrompreise begründet, wie Bruno Burger vom Fraunhofer ISE twitterte. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist der Überschuss in diesem März auch erstmals nicht weiter angestiegen. In den Jahren zuvor wuchs das Plus auf dem EEG-Konto regelmäßig bis März und April weiter an, ehe es in den Folgemonaten – auch wegen der dann stärkeren Einspeisung der Photovoltaik-Anlagen bis in den Herbst – wieder abschmolz.

Die Ursache der gesunkenen Börsenstrompreise liegt zum einen an der hohen Einspeisung von Windkraft und Photovoltaik-Anlagen im März, zum anderen an der deutlich gesunkenen Nachfrage infolge der Eindämmungsmaßnahmen für die Corona-Krise. Dies führte auch vermehrt zu länger anhaltenden Phasen mit negativen Strompreisen an der Strombörse. Betragen diese sechs Stunden oder mehr erhalten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen in der verpflichtenden Direktvermarktung keine Vergütung für ihren erzeugten Solarstrom. Die Analysten von Enervis wiesen jüngst darauf hin, dass dies zu erheblichen Einnahmeausfällen für die Betreiber führen kann, zumal auch für die kommenden Wochen weiterhin vermehrt negative Strompreisphasen zu erwarten sind.

Im März waren an der Strombörse fast an jedem Wochenende solche Perioden zu verzeichnen. So waren die Börsenstrompreise am 1. März 0-15 Uhr, 15. März 9-15 Uhr, 22. März 9-16 Uhr, 29. März 10-17 Uhr durchgehend negativ. Auch am gestrigen Ostermontag lagen die Strompreise zwischen 5 und 19 Uhr im negativen Bereich.