Enervis: PPA-Markt für Photovoltaik und Onshore-Windkraft in Europa bei 21 Gigawatt 2019

Die Analysten zeigen auf, dass bei der Photovoltaik Spanien der mit Abstand attraktivste Markt für Projekte mit Stromabnahmeverträgen in Europa ist, doch auch in Deutschland sind im vergangenen Jahr PPA-Anlagen mit mehr als einem Gigawatt Gesamleistung angekündigt worden. In immer mehr europäischen Ländern haben die erneuerbaren Technologien bereits Marktparität erreicht.
Die erste kleinen PPA-Projekte sind 2019 in Deutschland ans Netz gegangen, 2020 könnten wesentlich größere Anlagen folgen. | Foto: Maxsolar

Das Interesse an Stromabnahmeverträgen (PPAs) für Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Europa hat im vergangenen Jahr richtig Fahrt aufgenommen. Nach der aktualisierten Kurzanalyse “Status Quo: Market Parity of PV and Onshore Wind in Europe” von Enervis Energy Advisors gab es in Europa 2019 eine Pipeline mit etwa 21 Gigawatt an Photovoltaik- und Windkraftanlagen, die als PPA-Projekte – also ohne Inanspruchnahme staatlicher Förderung – angekündigt wurden. Insgesamt haben die Analysten die Daten aus 25 Ländern herangezogen.

Der größte PPA-Markt für Photovoltaik-Kraftwerke existiert in Spanien. Allein dort sind 2019 Photovoltaik-Anlagen mit 4396 Megawatt angekündigt worden. Es folgen Italien mit 1913 Megawatt und Deutschland mit 1057 Megawatt. Auch in Portugal (444 Megawatt), Dänemark (338 Megawatt) und Frankreich (158 Megawatt) kommt die Nachfrage ins Rollen. Enervis sieht bei der Photovoltaik gerade in den südeuropäischen Ländern attraktive wirtschaftliche Bedingungen für solche Projekte, wobei administrative Hindernisse die Aktivitäten für förderfrei errichtete Anlagen immer noch behinderten. Bezüglich der Windkraft an Land und auf See sind eher die nord- und nordwesteuropäischen Länder Ziel der Investoren. Allein in Schweden hat Enervis 3995 Megawatt an angekündigten Onshore-Windparks mit PPA registriert.

Vorteilhaft für die Entwicklung des Marktes sind die derzeitigen Entwicklungen am Strommarkt und der Stromgestehungskosten für die erneuerbaren Technologien. So konnten Photovoltaik- und Windkraftprojekte einen Preisdifferenz von bis zu 20 Euro pro Megawattstunde im Vergleich zu den Großhandelsmarkteinnahmen erzielen. Dies sei gelungen, obwohl der steigende Preistrend an den EU-Strommärkten 2019 vorerst zum Stillstand gekommen sei. Die weiter sinkenden Projektkosten für Photovoltaik- und Windkraftanlagen machten die PPA-Projekte dennoch in immer mehr Ländern attraktiv. Zudem werden die Kohleausstiegspläne in einigen europäischen Ländern mittelfristig die Strompreise stützen, so die Enervis-Analyse. Die seit dem zweiten Halbjahr 2018 gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate – im Jahresdurchschnitt lagen sie 56 Prozent höher – seien hingegen durch die Effekte des um 39 Prozent niedrigen Gaspreises überkompensiert worden. Insgesamt sei der Großhandelspreis um 16 Prozent im Schnitt gesunken.

Der Vergleich der Einnahmen aus dem Großhandel zeigt, dass diese für Photovoltaik- und Windkraftbetreiber gegenüber 2018 etwas geringer waren. Allerdings habe sich dies kaum auf die Marktparität der beiden Technologien ausgewirkt – gerade in den Ländern mit den höchsten Zusatzeinnahmen. Der Kannibalisierungseffekt im Verhältnis zu den Basispreisen – ist derzeit noch eher moderat. In Deutschland liegt er für die Onshore-Windkraft bei 14 Prozent. Bei der Photovoltaik ist er mit 12 Prozent in Sizilien am höchsten.

Zugleich sehen die Analysten mehrere ungewisse Einflussfaktoren für die weitere Entwicklung. Eines seien die Fluktuationen bei der Preisentwicklung fossiler Brennstoffe, wobei aber höhere CO2-Preise und weniger Grundlasterzeugung kurzfristig für leichte Preisanstiege beim Strom sorgen könnten. Dieser Trend werde aber eben durch die fortschreitende Durchdringung mit Photovoltaik und Windkraft kannibalisiert. Die Flexibilisierung der Stromnachfrage oder auch Speicherung könnten dagegen wegen seien, um einen gesicherten Preiskorridor zu erhalten, so die Analysten weiter.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Mehr über

Kommentare

Europe has potential for 21 GW of unsubsidized renewables – SOLARINERTIA
Jun 10, 2020

[…] From pv magazine Germany. […]