Die vielbeschriebene Erholung von Chinas Photovoltaik-Markt in der zweiten Jahreshälfte ist ausgeblieben

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von pv magazine global

Prognosen zufolge sollte der Photovoltauk-Zubau in China aufgrund der Veröffentlichung neuer Förderrichtlinien in der zweiten Jahreshälfte 2019 anziehen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass der weltgrößte Solarmarkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich einknicken wird. Wang Bohua, Generalsekretär der China Photovoltaic Industry Association (CPIA), sagte in Peking, dass im Jahr 2019 bis einschließlich September nur 16 Gigawatt Photovoltaik installiert worden sei. Wenn sich diese Zahl bestätigt, würden selbst die pessimistischsten Prognosen für dieses Jahr – dass China 30 Gigawatt Photovoltaik zubauen würde – erfordern, dass in weniger als zehn Wochen 14 Gigawatt hinzukommen. Und das wäre äußerst optimistisch.

Es scheint wenig Grund zu geben, angesichts ihrer bisherigen Vorhersagen an Wang oder seiner Organisation zu zweifeln. Zudem erzählt die Industrie eine ähnliche Geschichte. Die ausbleibende Markterholung, die im vergangenen Monat beginnen sollte, hat die Preise auf einen Tiefpunkt gebracht. Zehn Wochen lang sanken zwischen Anfang Juni und September die Preise für Solarzellen, gefolgt von sinkenden Modulpreisen seit August.

„Ein Boom der internationalen Märkte hat die chinesischen Hersteller vor sinkenden Umsätzen bewahrt“, sagte der Marketingleiter eines führenden Modulherstellers, der anonym bleiben wollte. Die großen Photovoltaik-Produzenten senken ihre Absatzprognosen für das zweite Halbjahr und auch ihre Jahreszahlen. Dass die formelle Verabschiedung neuer Regeln für die Solarförderung sich bis Juni verzögerte, hat viele kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Ingenieurwesen, Beschaffung und Baudienstleistungen gezwungen, nach Geschäften in Übersee zu suchen oder sich der Windenergie zuzuwenden. Diese bot ein stabileres unternehmerisches Umfeld, während die chinesische Solarpolitik im Wandel war.

Zu Beginn des Jahres hatte die CPIA für 2019 einen Photovoltaik-Zubau von 35 bis 45 Gigawatt prognistiziert, andere Analysten waren optimistischer. Wenn es jedoch bis zum Jahresende keinen wundersamen Photovoltaik-Goldrausch gibt, dürfte diese Zahl nun unterhalb von 30 Gigawatt liegen. Das würde im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 30 Prozent bedeuten. Und schon 2018 war der Zubau 20 Prozent geringer ausgefallen als im Jahr davor.

Das wäre genau das, was man unter einem Sturz von der Klippe versteht.