Ausgediente Lithium-Batterien sollen besser verwertet werden

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Auf dem Papier ist die Sache einfach: Die EU schreibt vor, dass mindestens 50 Prozent des Materials von ausgedienten lithiumhaltigen Batterien wiederverwendet werden muss. In der Praxis ist diese Vorgabe jedoch nicht einfach umzusetzen. Das liegt zum einen daran, dass viele alte Akkus einfach in der gelben Tonne oder im Restmüll landen. Damit werden nicht nur Ressourcen verschwendet, sondern auch Menschen gefährdet. „Es vergeht keine Woche, in der es nicht irgendwo in Deutschland in Entsorgungsfahrzeugen, Betriebshöfen oder Sortieranlagen brennt, weil Lithium-Batterien nicht richtig entsorgt wurden“, sagt Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE). Daher fordert sein Verband eine Pfandpflicht für Lithium-Batterien. „Mit einem Pfand haben wir die Chance, den Akkus einen Wert zuzuschreiben und können so einen fachgerechten Umgang bei der Entsorgung erreichen“, erläutert Kurth. Die dazu nötigen gesetzlichen Regelungen könnten im Zusammenhang mit der Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes auf den Weg gebracht werden.

Aber auch die technische Seite des Batterie-Recyclings macht die Umsetzung der EU-Vorgabe schwierig. Der Prozess gilt als anspruchsvoll. Bei Elektroautos beispielsweise gibt es daher viele Projekte, um zunächst die Nutzungsdauer der verwendeten Batterien zu verlängern, etwa in stationären Batteriespeichern. Aber auch ein Second Life geht einmal zu Ende. Angesichts steigender Zulassungszahlen bei E-Autos strebt der Importeurverband Auto-Schweiz daher jetzt eine Recyclinglösung für die Branche an. Gemeinsam mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) werden Recyclingsysteme in Nachbarländern analysiert sowie die Kosten und der ökologische Fußabdruck verschiedener Recycling-Methoden untersucht. „Vieles wird von den Marktpreisen der Rohstoffe abhängen, vom Preis für Lithium, Kobalt, Nickel und Graphit, vom Preis und der Leistung neuer Akkus, aber auch von der Politik, die die Rahmenbedingungen setzt und Vorschriften erlässt“, heißt es bei der Empa. Aus technischer Sicht seien Elektroautos jedoch kein Recyclingproblem, da sich für sämtliche Schritte des Verwertungsprozesses Lösungen abzeichnen würden.

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