Antworten auf Fragen aus dem Webinar zur HTW Berlin-Speicherinspektion 2019 und dem System von RCT Power

Teilen

Das Speichersystem Power Storage DC 6.0 mit der Power Battery 5.7 von RCT Power erreichte im Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin 2018 und 2019 den zweitbesten System-Performance-Index und damit den zweiten Platz und hat in der Spitzengruppe drei Alleinstellungsmerkmale, wie sich im pv magazine Webinar zeigte: Es ist ein DC-gekoppeltes System, gleichzeitig ersatzstromfähig und wird als integriertes System geliefert. Letzteres bedeutet, dass Batterie und Leistungselektronik von RCT Power verkauft werden, so dass man nur einen Ansprechpartner für Gewährleistung und Garantie hat. Darüber, wie relevant das ist, haben Hersteller erwartungsgemäß unterschiedliche Ansichten. Die Teilnehmer des Webinars mit Initiativpartner RCT Power werteten dies als wichtigen Bonus (siehe Grafik 1).

In dem Webinar erläuterte Klaus Richter, Business Development und Sales bei RCT Power, einige der Eigenschaften, durch die das System im Effizienzindex so gut abschneidet und Johannes Weniger, Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Photovoltaik-Speichersysteme der HTW Berlin, die Ergebnisse der zweiten Runde der „Stomspeicher-Inspektion“ im Allgemeinen.

Hier können Sie das Webinar nachsehen und die Präsentationen herunterladen.

Im Folgenden beantworten die Experten wichtige Teilnehmerfragen, für die im Webinar teilweise keine Zeit mehr war:

Fragen an RCT Power zum Batteriespeicher:

Das System von RCT Power kommt ohne dauerhafte Internetverbindung aus. Heißt das, dass es gar nicht an das Internet angeschlossen wird? Wenn doch, wann wird die Verbindung hergestellt?

Klaus Richter: Unsere Wechselrichter (Power Inverter, Power Storage AC und Power Storage DC) sind mit einem internen Datenloggern ausgerüstet. Die Daten können mit der Power App lokal via Lan oder Wlan mit einem Smartphone oder Tablett visualisiert werden. Eine Internetverbindung ist somit nicht notwendig und daher herstellerseitig auch nicht gefordert.

Wie berücksichtigen Sie im Energiemanagement des Systems die aktuelle Wetterlage, wenn keine dauerhafte Internetverbindung besteht?

Wir speichern die Verbrauchsdaten wie auch die Einstrahlungsdaten der letzten 30 Tage als 5-Minuten-Mittelwerte. Die aktuellen Einstrahlungsdaten stehen uns bei Photovoltaik-Anlagen ja permanent zur Verfügung. Diese Daten dienen als Grundlage zur Bestimmung des Lade- /Entladealgorithmus. Bei der Inbetriebnahme wird zudem beim Hauptgerät die Anlagenpeakleistung (der gesamten Photovoltaik-Installation für die die externe Leistungsbegrenzung gelten soll) und die dynamische externe Leistungsbegrenzung über die RCT Power App eingestellt. Das dient ebenfalls als Grundlage für einen optimierten Verlauf.

Wird das System so betrieben, dass es netzdienlich ist?

Ja, mit unserem Lademanagement überwachen wir auch den Lastgang und generieren damit einhergehend sowohl Last- als auch Ertragsprognosen. Hierdurch können wir das Laden der Batterie verzögern, um den Mittagspeak der Photovoltaik-Anlage in der Batterie zwischenspeichern zu können. Damit entlasten wir das Netz zur Mittagszeit, erhöhen die Eigenverbrauchsquote und schonen die Batterie, weil diese erst wesentlich später vollgeladen wird. Zudem können Sie bei Bedarf unser Speichersystem in einem Bereich zwischen 0 Prozent bis 100 Prozent dynamisch abregeln. Insofern ist sogar die Realisierung eine Null-Einspeise-Anlage möglich.

Es gibt doch bestimmt eine App, mit der man das System überwachen kann. Wie funktioniert diese? Per Bluetooth?

Für die Erstinbetriebnahme nutzen Sie unsere RCT Power App ( Android-Version). Das heißt, Sie verbinden Ihr Smartphone oder Tablet via Wlan mit den Power Storage Geräten. Anschließend haben Sie auch die Möglichkeit, unsere Geräte über LAN oder Wlan Verbindung in Ihr Heimnetzwerk einzubinden.

Wie funktionieren Software-Updates ohne Internetverbindung?

Mit der RCT Power App steht Ihnen auf Ihrem Smartphone oder Tablet immer die aktuellste Firmware zur Verfügung. Dazu müssen Sie nur bei der Erstinstallation aus dem Google Play Store „Aktualisierung zulassen“ wählen. Über die RCT Power App verbinden Sie sich dann einfach mit dem RCT Power Storage und führen bequem das Update durch.

Welche Garantie geben sie auf die Batteriekapazität?

Wir gewähren auf unseren Batteriespeicher eine Zeitwertersatzgarantie von 10 Jahren bei einer verfügbaren Restkapazität von 80 Prozent.

Kann ein Betreiber ohne Zusatzkosten feststellen, ob ein Garantiefall eingetreten ist und wie macht er das?

Mit unser RCT Power App stellen wir eine Anlagenüberwachung zur Verfügung, bei der der Kunde eine Vielzahl an zusätzlichen Informationen bis hin zu den einzelnen Zellen eines Batteriemoduls erhält. Unter anderem kann sich der Kunde auch den SOH (State of Health)-Wert der Batterie anzeigen lassen. 

Kann ihr System mit Cloud-Geschäftsmodellen bekannter Anbieter kombiniert werden?

Wir stellen Schnittstellen zur Verfügung, die mit Cloud-Lösungsanbietern gekoppelt werden könnten. Ein Cloudlösung stellen wir bis jetzt noch nicht zur Verfügung.

Wieviel Zeit darf maximal zwischen Montage (Lieferung) und Inbetriebnahme liegen, damit sich die Batterie nicht zu sehr selbst entlädt?

Zwar liegt die Selbstentladung bei unter einem Prozent der Kapazität pro Monat und die Batterien werden vor der Auslieferung auf 50 Prozent geladen, dennoch sollte die Inbetriebnahme spätestens sechs Monate nach der Auslieferung von unserem Lager in Konstanz erfolgen, damit sich die Kapazität älterer und neuerer Module nicht zu stark unterscheidet. 

Gibt es Muster für Wartungsverträge für kleine Installationen (also kleiner 10 Kilowattpeak)?

Die RCT Power-Batteriespeichersysteme bedürfen keiner zusätzlichen Wartung, daher brauchen sie auch keine Musterwartungsverträge.

Lohnt sich für unsere Anlage von März 2012 die Nachrüstung? Eckdaten: Gesamtstromverbrauch 2500 Kilowattstunden, davon 1000 Kilowattstunden vom Dach, Vergütung seit 2012 beträgt 24,45 netto und 8 Cent pro Kilowattstunde für Eigenverbrauch. Bei welchem Systempreis würde sich die Nachrüstung „lohnen“?

Mit jeder selbst genutzten Kilowattstunde Strom generieren Sie derzeit einen Mehrwert von mehr als zehn Cent – Tendenz steigend. Es ist nicht möglich, den Strompreis für die nächsten zehn Jahre verlässlich zu prognostizieren, daher ist eine belastbare Kalkulation von Grenzkosten ebenfalls nur schwer möglich.

Über wen können Speichersysteme von RCT bezogen werden?

Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, wir stellen Ihnen eine Liste unserer Partner zur Verfügung. Dazu einfach unter www.rct-power.com Kontakt aufrufen und unter anderem ihre Postleitzahl eintragen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Fragen an die HTW Berlin zum Effizienzindex:

Wie vergleichbar sind die Ergebnisse für Hochvolt-Speichersysteme mit verschieden großen Batterien und was beeinflusst die Vergleichbarkeit?

Johannes Weniger: Werden die Batteriemodule bei Hochvolt-Systemen in Reihe verschaltet, erhöht sich mit zunehmender Speicherkapazität die Batteriespannung. Je mehr Batteriemodule also installiert sind, desto höher ist auch die Batteriespannung. Eine höhere Batteriespannung wirkt sich in der Regel positiv auf die Umwandlungsverluste der Leistungselektronik aus. Dadurch fallen die mittleren Umwandlungswirkungsgrade im Lade- und Entladebetrieb bei Systemen mit größeren Batterien höher aus, wie die Ergebnisse der „Stromspeicher-Inspektion 2019“ zeigen. Im Effizienzleitfaden für Photovoltaik-Speichersysteme (Version 2.0), der einheitliche Prüfverfahren zur Vermessung der Speichersysteme im Labor beschreibt, wird daher empfohlen, die Speichersysteme mit einer mittleren Batteriemodulanzahl zu vermessen. Diese Vorgabe vereinfacht in vielen Fällen den Vergleich der Hochvolt-Speichersysteme.

Können sich die Effizienzwerte über die Zeit, also beispielsweise in den genannten zehn Jahre verschlechtern? Beziehungsweise, welche technischen Werte können sich verschlechtern und welche ökonomischen Werte können sich ändern und wie wirkt sich das auf die Relevanz des System-Performance-Index (SPI) aus?

Während der Nutzungsdauer sinkt der Wirkungsgrad der Batteriespeicher. Es gibt aber auch Effizienzparameter, die sich im Betrieb durch eine Aktualisierung der Software nachträglich verbessern lassen. Dadurch kann die Totzeit der Systemregelung oder der Stand-by-Verbrauch des Speichersystems oft sogar halbiert werden. Für ein Beispielsystem konnten wir nachweisen, dass ein um zwei Prozentpunkte höherer Batteriewirkungsgrad die gleiche Änderung im SPI hervorruft wie die Halbierung der Totzeit von zehn auf fünf Sekunden.

Um den Einfluss der Effizienzparameter auf die Energieflüsse am Netzanschlusspunkt im System-Performance-Index  zusammenzufassen, wird die unterschiedliche ökonomische Wertigkeit der Netzeinspeisung und des Netzbezugs berücksichtigt. Für eine Photovoltaik-Anlage auf einem Wohngebäude bleibt die Netzeinspeisevergütung in den ersten 20 Betriebsjahren unverändert. Wie sich die Preise für den Strombezug aus dem Netz entwickeln werden, lässt sich schwer vorhersagen. In den Referenzbedingungen zur einheitlichen Bestimmung des SPI wurde ein Netzbezugspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde angesetzt. Wie sich der SPI ändert, wenn der Netzbezugspreis höher oder niedriger ausfällt, haben wir in der „Stromspeicher-Inspektion 2019“ für ein AC-gekoppeltes System aufgezeigt. Beträgt der Netzbezugspreis nur 20 Cent pro Kilowattstunde, sinkt der System Performance Index des betrachteten Systems von 89,8 Prozent auf 89,4 Prozent (siehe Seite 50 der Studie, Link: https://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/Stromspeicher-Inspektion-2019.pdf). Werden 40 Cent pro Kilowattstunde für den Strombezug aus dem Netz fällig, ergibt sich ein SPI von 90,0 Prozent. Die Abhängigkeit des SPI von den finanziellen Rahmenbedingungen ist somit vergleichsweise gering.

Hängt der System-Performance-Index. beziehungsweise die Effizienz des installierten Systems, von der installierten Solarleistung ab und wie berücksichtigt man das bei der Interpretation des SPI?

Sowohl das Betriebsverhalten als auch die Gesamteffizienz der Speichersysteme wird von der Größe des Photovoltaik-Generators beeinflusst. Ist die Anlage zu klein dimensioniert, können nur wenig Solarstromüberschüsse gespeichert werden. Das Speichersystem wird dann häufiger im Teillastbereich betrieben. Zudem erhöhen sich die Standzeiten des Speichersystems und damit die negativen Auswirkungen des Stand-by-Verbrauchs. Je größer die Photovotaik-Anlage ist, desto eher verbessert sich in der Regel auch die Auslastung des Batteriesystems. Da mit zunehmender Photovoltaik-Leistung ein größerer Anteil der erzeugten Sonnenenergie AC-seitig direkt genutzt und nicht zwischengespeichert wird, steigt auch die mittlere Systemeffizienz. Eine große Photovoltaik-Anlage ist somit insbesondere für die Effizienz von AC-gekoppelten Batteriesystemen vorteilhaft. Da die Einsatzbedingungen je nach Wohngebäude und Anlagengröße variieren, bleibt der Vergleich unterschiedlicher Batteriesysteme anhand von realen Betriebsdaten schwierig. Im Gegensatz dazu können die Batteriesysteme mit dem simulationsbasierten System Performance Index unter identischen Bedingungen verglichen werden.