Photovoltaik-Zubau in China halbiert sich im ersten Quartal auf 5,2 Gigawatt

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Der Photovoltaik-Zubau in China lag im ersten Quartal 2019 bei 5,2 Gigawatt und erreichte damit nur etwa die Hälfte des Zubau im Vorjahresquartal. Das meldet das Beratungsunternehmen Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory (AECEA) unter Berufung auf das National Renewable Energy Center in China. Ein Vertreter der Organisation hat demnach im Rahmen einer Veranstaltung in Peking zudem bekanntgegeben, dass es sich bei dem Zubau vor allem um dezentrale Photovoltaik-Projekte handelt.

Aus Sicht von AECEA spiegelt der deutliche Rückgang im Jahresvergleich die Tatsache wider, dass es seit Juni 2018 in China keine nationalen Regelungen für die Photovoltaik gebe. Um Risiken zu vermeiden, würden Investoren und Entwickler mit dem Start neuer Projekte zögern. Zwar zeige ein kürzlich präsentiertes Konsultationspapier, dass China künftig Strom aus förderfreien Photovoltaik- und Wind-Projekten ausdrücklich Vorrang in den Netzen und beim Verbrauch einräumen wolle. AECEA schätzt jedoch, dass wegen verschiedener Fristen eine endgültige Richtlinie möglicherweise nicht vor Anfang oder Mitte Juni veröffentlicht werden kann. Daher könne der Bau neuer Projekte möglicherweise erst ab der zweiten Jahreshälfte 2019 aufgenommen werden. Trotzdem hält das Beratungsunternehmen an seiner Prognose für das Gesamtjahr von voraussichtlich 35 bis 40 Gigawatt Photovoltaik-Zubau fest.

Diese Prognose teilen die Analysten von Roth Capital. Denn vor wenigen Tagen hat die chinesische Energiebehörde (NEA) eine Ankündigung über die Anforderungen an den Bau und den Betrieb von Wind- und Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2019 veröffentlicht. Der Konsultationsentwurf sieht für dieses Jahr eine Solarförderung in Höhe von drei Milliarden Renminbi – umgerechnet etwa 395 Millionen Euro – vor, davon knapp 100 Millionen Euro für private Dachanlagen. Wenn die NEA die genehmigte Projektdetails rechtzeitig veröffentlichen kann, erwarten die Roth-Capital-Analysten, dass der anschließende Ansturm auf den Anschluss von Photovoltaik-Projekten noch einen Zubau von 40 Gigawatt in diesem Jahr möglich macht. Für das erste Halbjahr gehen sie von insgesamt nur 9,4 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung aus.