Italienischer Bürokrat und Klimaunterhändler übernimmt Leitung von IRENA

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Ein Europäer wird Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in den nächsten vier Jahren leiten. Francesco La Camera ist am Sonntag auf der neunten Generalversammlung des multilateralen Gremiums für erneuerbare Energien von den Mitgliedsländern ernannt worden. Er wird sein neues Amt offiziell am 4. April antreten.

La Camera ist ein italienischer Umweltbeamter und Verhandlungsführer, der das Team seines Landes bei vier Runden der COP-Klimaversammlungen der UNO führte. Er war auch als Generaldirektor für nachhaltige Entwicklung, Energie und Klima im italienischen Umweltministerium und als Professor für Umwelt- und Bodenökonomie an der Universität in Rome tätig.

Der Italiener ersetzt den Kenianer Adnan Amin, der die IRENA acht Jahre lang leitete. Amin war der erste permanente Generaldirektor von IRENA und sah, wie sie während seiner Amtszeit auf eine „nahezu weltumspannend“ bei den Mitgliedern anwuchs. Die Organisation verfügt im Januar 2019 über 160 Mitglieder weltweit.

Amin, der am Sonntag mit einem Virus zu kämpfen hatte, hielt vor der neunten Versammlung eine herzliche Abschiedsrede, in der er über die Leistungen von IRENA und seinen Glauben an die gute Zukunft des Sektors der erneuerbaren Energien sprach.

Eine strahlende Zukunft für erneuerbare Energien

„Erneuerbare Energien können die Zukunft verändern“, sagte Amin. „Zusammen haben wir mehr erreicht, als man sich vor weniger als einem Jahrzehnt hätte vorstellen können.“ Amin sprach während seiner Rede von einer Reihe von Highlights in Form konkreter Instrumente zur Umsetzung erneuerbarer Energien, darunter der IRENA Global Atlas, die Methodik der Renewables Readiness Assessments und REmap-Berichte. Er verwies auch auf Berichte, die IRENA während seiner Amtszeit erstellt hatte, darunter Renewable Energy Benefits: „Messung der Wirtschaftlichkeit, der Roadmap bis 2050 und der Geopolitik der Energiewende“.

Eine der tiefgreifendsten Auswirkungen der Arbeit von IRENA während seiner Amtszeit, so Amin, sei die Veränderung der Wahrnehmung erneuerbarer Energien – weg vom Bild „der hohen Kosten, Unzuverlässigkeit und ungewisser Zukunft“. „IRENAs Etablierung hat zur Veränderung dieser Auffassung beigetragen“, fügte er hinzu. „Gestützt auf umfassende Daten und Analysen haben wir eine wichtige Rolle gespielt, um eine abweichende, aber autoritäre Stimme im globalen Energie-Diskurs zu erheben.“ Amin bedankte sich auch beim Gastgeberemirat Abu Dhabi und der „zweiten Heimat“ der Institution in Deutschland.

Die IRENA-Vollversammlung beschloss zudem, Amins „herausragenden Beitrag zur Gründung, Entwicklung und Arbeit“ der Organisation zu würdigen. So soll ihm nach seiner Amtszeit der Ehrentitel des emeritierten Generaldirektors verliehen worden. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten diese Ehrung für Amin vorgeschlagen.