Machnig soll Innoenergy bei Industriestrategie für Batteriefertigung helfen

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Es ist nicht ungewöhnlich, dass Politiker nach ihrer Laufbahn in Ministerien in die Wirtschaft wechseln. Etwa ein dreiviertel Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Bundeswirtschaftsministerium geht auch der ehemalige beamtete Staatssekretär und frühere thüringische Wirtschaftsminister diesen Weg. Matthias Machnig (SPD) hat bei Innoenergy angeheuert. Er ist dort zum Leiter der Industriestrategie ernannt worden. „Von Berlin aus wird Machnig die Weiterentwicklung der Industriestrategie und die Positionierung des Angebots und Wertbeitrags von Innoenergy in den Kernbereichen Europäische Batterie-Allianz (EBA), Transformation der Automobilindustrie sowie der Energiewende in Deutschland vorantreiben“, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Um Industriepolitik hatte er sich auch schon in seiner Zeit im Bundeswirtschaftsministerium gekümmert, dass er nach der Amtsübergabe an CDU-Politiker Peter Altmaier verlassen musste. Diese Erfahrungen soll er nun in seinen neuen Job einbringen und die Umsetzung von Schlüsselmaßnahmen vorantreiben. Es gehe um die Anstrengungen von Innoenergy zum Aufbau einer europäischen Batterieindustrie in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern der Europäischen Batterie-Allianz.

Das Unternehmen engagiere sich damit in strategischen Industrie- und Innovationsfeldern in Europa, die Machnig nun nach eigenem Bekunden unterstützen will. „Dies ist eine Schlüsselaufgabe für den europäischen Wirtschaftsstandort und setzt dabei auf Vernetzung von Unternehmen und wissenschaftlichen, politischen Institutionen.“ Innoenergy habe von der EU-Kommission den Auftrag zur Führung des Industrieteils der EBA erhalten. Dieser sei maßgeblich für den Aufbau einer europäischen Batterieindustrie. Zudem plane das Unternehmen seine Aktivitäten auch auf den Bereich Mobilität auszuweiten, um so die Verkehrswende mitzugestalten.

„Der Spiegel“ hatte am Wochenende über den Einstiegs Machnig in der Wirtschaft berichtet. Demnach soll er künftig auch Berater der australischen Investmentfirma Macquarie werden. Beide Jobs habe er sich vom Bundeswirtschaftsministerium genehmigen lassen. Dieses habe keine Interessenkonflikte festgestellt, heißt es dort.

Nach monatelanger Suche hat das Bundeswirtschaftsministerium nun auch endlich wieder zwei Staatssekretäre. Neben Machnig war auch Rainer Baake nach dem Wechsel an der Spitze des Ministeriums aus dem Amt geschieden. Lange Zeit gab es danach mit Ulrich Nußbaum nur einen beamteten Staatssekretär. Mittlerweile gibt es mit Claudia Dörr-Voß auch eine Frau in der Männerrunde. Laut Werdegang ist sie seit Mai beamtete Staatssekretärin. Seit 1998 leitete sie zuvor verschiedene Abteilungen des Bundeswirtschaftsministeriums.