Polarstern unterstützt Aufbau einer Biogas-Infrastruktur in Mali

Teilen

Der Münchener Ökostrom- und -gasversorger Polarstern unterstützt das deutsche Start-up Africa GreenTec dabei, in ländlichen Regionen von Mali eine Biogas-Infrastruktur aufzubauen. Das hat Polarstern am Dienstag bekannt gegeben. Zwanzig Euro pro Kunde steuert der Versorger eigenen Angaben zufolge bei. Africa GreenTec verkauft die nötige Anlagentechnik zu günstigen Preisen und berät bei der Installation sowie beim Aufbau eines lokalen Biogashandels. Dessen Konzept sowie die nötige mobile Biogastechnik wurden von (B)energy entwickelt, ebenfalls ein deutsches Sozialunternehmen.

Die Anlagen werden von Familien betrieben, die zehn oder mehr Rinder halten, so Polarstern. Sie könnten damit ausreichend Biogas für sich und zwei weitere Familien erzeugen. Der Brennstoff werde in spezielle Biogas-Rucksäcke gefüllt. Die darin enthaltene Gasmenge reiche für bis zu vier Stunden Kochen. Leere Rucksäcke würden an der Biogasanlage neu befüllt.

Abhängig von der produzierten Gasmenge und dem erzielten Gaspreis – der regional sehr unterschiedlich sein kann – rechnet sich die Investition in die Anlage über den Verkauf des Biogases nach etwa drei bis vier Jahren, so Polarstern. Genauso lohne sich der Kauf des Biogases für die zwei Familien, die neben dem Anlagenbetreiber das erzeugte Biogas nutzen: „So ein Rucksack voller Gas ist im Schnitt bis zu dreißig Prozent günstiger als bisher verwendetes Brennholz und Holzkohle. Auch werden beim Kochen keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe mehr ausgestoßen“, berichtet Torsten Schreiber, Geschäftsführer von Africa GreenTec. Pro Jahr spare eine Biogasanlage mehrere Tonnen CO2 und bewahre das ohnehin stark gerodete Mali vor weiterer Abholzung und Verwüstung.

Africa GreenTec hatte im Dezember 2017 eine Unternehmensanleihe aufgelegt, um so 10 Millionen Euro für Solarcontainer in Mail einzusammeln. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 engagiert sich Polarstern für die Verbreitung von Biogas-Technologie in Entwicklungsländern. Bislang konzentrierte sich das Unternehmen auf Kambodscha, wo es Familien beim Bau von Mikro-Biogasanlagen unterstützt. „Inzwischen haben wir in Kambodscha ein Limit an Anlagen erreicht, die wir mit unseren Partnern vor Ort jährlich bauen können“, erklärt Polarstern-Chef Florian Henle. „Deshalb haben wir weitere, spannende Biogasprojekte gesucht und wurden in Mali fündig.“ In Deutschland ist Polarstern auch bei der Umsetzung von Photovoltaik-Mieterstromprojekten seit geraumer Zeit aktiv.